Phase One ist komisch

Phase One ist komisch

Wie vielleicht der Eine oder Andere weiß, bin ich Nutzer der Software Capture One Pro, nachdem sich Apple entschlossen hat Aperture nicht mehr weiter zu entwickeln. Ein Vergleichstest hatte bestätigt, dass zwar Capture One in der Verwaltung nicht an Aperture oder Lightroom herankommt, aber die Bildergebnisse für mich eben besser waren und das ist für mich das Wichtige.

Da der Entwickler der Software auch Mittelformatkameras herstellt, ist es eine Unternehmensentscheidung andere Hersteller von Mittelformatkameras nicht zu unterstützen. Da kann man gut finde oder nicht, ich kann es etwas nachvollziehen. Allerdings muss man sagen, dass es eine Software ist, für die man bezahlen muss und das auch noch mehr, als bei den meisten Wettbewerbern.

Ich nutze zwar keine Mittelformatkameras, trotzdem beobachte ich den Markt. Vor allem, da mit Pentax, Hasselblad und auch Fuji mittlerweile einigemaßen bezahlbar Kameras herausgebracht haben. Es ist zwar nicht das „richtige“ Mittelfomat (6×6), aber es ist nunmal größer als das 35mm Format. Aber das soll nicht das Thema sein.

Als Pentax mit der 645Z rauskam, war es schon sehr interessant, da diese immerhin unter 10.000€ kostete und auch u.a. in DNG seine RAWs abspeichert. So nun schnell man ein paar Originaldateien runterladen und in C1 mal testen, wie man die so bearbeiten kann. Ups, C1 erkennt sie nicht, obwohl DNG. Auch wenn eine Kamera mit DNG nicht unterstützt wird, kann Ca DNG-neutral – eigentlich, aber die Pentax nicht. Sehr komisch, denn die DNGs der Leica S werden als DNG-neutrag erkannt. Dann habe ich mal mit einem Exif Editor das „z“ aus dem Namen der Kamera gelöscht und siehe da, das DNG-neutral wird erkannt.

Irgendwie lächerlich, als ob die 645z ein Wettbewerb des XF-System wäre…

Nun habe ich mir mal die Dateien der Hasselblad X1D und der Fuji GFX50s besorgt, als DNG umgewandelt und versucht mit C1 zu importieren. Aber auch diese werden nicht erkannt. Mit dem Exif Editor muss ich sogar noch den Schritt vollziehen, den Namen der Kamera und des Herstellers rauszulöschen, damit sie als DNG-neutral erkannt werden. Geil ist aber, dass in den Exif-Daten nach dem Import sowohl Hersteller, als auch die Kamera sehen.

Ich könnte diese Einschränkungen nachvollziehen, wenn die Software, wie die Phocus-Software von Hasselblad kostenlos wäre, ist sie aber nicht. Und liebe Leute von Phase One, ist das nicht peinlich, dass Ihr Angst habt vor dem Wettbewerb, der keiner ist? Vor allem, als ob diese Einschränkung jemand abhalten würde, eine dieser Kameras zu kaufen.

Capture One Pro könnte jetzt, wenn sie Gas geben würde, wo man von Lightroom große Unzufriedenheit hört, deutlich dazugewinnen können.

Alles nicht nachvollziehbar.

Immer wieder Kameragurte

Immer wieder Kameragurte

Ich glaube bei Fotografen ist neben der Suche nach der richtigen Tasche, die Suche nach dem richtigen Gurt die wichtigste Sache, wenn es um Zubehör für die geliebten Kameras geht. So ist es zumindest bei mir und wenn ich mich mit anderen Fotografen unterhalten scheint es dort ähnlich zu sein.

Aber was macht es so schwierig. Eigentlich nichts, man kann schliesslich den beiliegenden Gurt meist gut verwenden, wenn es nicht stört, dass man dann auch Werbung für die Kameramarke läuft und man den Gurt entweder um den Hals, über die Schulter oder um das Handgelenk gewickelt tragen möchte. Mit allen drei Versionen habe ich so meine Probleme:

  1. Um den Hals hat den Nachteil, dass es nicht nur wie ein Touri aussieht, sondern die Kamera auch schnell das Baumeln anfängt, wenn man sie loslässt
  2. Über die Schulter hat den Nachteil, dass der Gurt häufig runterrutscht
  3. Um das Handgelenk ist meist einfach nur nervig, vor allem wenn der Gurt breit und steif ist

Ich selber trage die Kamera am Liebsten diagonal, wenn ich z.B. auf Reisen bin und zwischendurch mal fotografiere oder mit einer Schlaufe am Handgelenk, wenn ich Hauptsächlich fotografiere. Das hat den Nachteil, wenn ich den Gurt befestige, wie normal es üblich ist, dass man nicht „mal eben schnell“ zwischen den beiden Varianten wechseln kann. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, wie z.B. Blackrapid, Peak Design und Miggö, um ein paar zu nennen. Als ich noch mit DSLR fotografierte, war erst der Blackrapid und dann Peakdesign meine erst Wahl, weil vor allem letztere ein tollen System hat. Bei der DSLR habe ich auch gerne mit einer Handschlaufe gearbeitet.

Seitdem ich mit der Leica fotografiere, hat sich die Befestigung am Stativgewinde nicht bewährt, weil man zuviel rumtüddeln muss, wenn man den Akku oder Speicherkarte wechseln möchte.

Auf der Photokina 2016 habe ich bei Compagnon einen Ledergurt gewonnen, der lang und glatt genug ist, dass man ihn als Diagonalgurt verwenden kann. Leider ohne die Möglichkeit schnell zu wechseln. Da ich mir mal vor Jahren einen Gurt von Eddycam gegönnt habe, habe ich erstmal die Schnellverschlüsse von denen probiert, die allerdings den Nachteil haben, dass die ziemlich eng am Gehäuse der Leica liegen und immer einen gewissen Hebel auf die Ösen ausüben.

So bin ich wieder bei Peak Design gelandet. Zwar nicht schön, aber sehr praktisch. Die Nupsis an einen kleinen Schlüsselring an den Ösen der Leica und die Gegenstücke am Compagnon-Gurt. Wenn ich den Gurt nicht benötige, dann kommt dieser ab und die Eddicam Handschlaufe einfach in den Schlüsselring.

Alles in allem praktisch, aber nicht schön, denn der Gurt ist nicht Komplettleder und das Peak Design Geraffel ist nunmal nicht schick. Und dann bin ich auf Jörg Langer aufmerksam geworden, der auch noch unter Taschenfreak, Stativfreak und Gurtfreak zu finden ist. Bei seinem weiteren Blog (wie macht der das nur?) bin ich dann auf sein Gurtprojekt aufmerksam geworden, denn Jörg hat ein ähnliches „Problem“ wie ich. Auf seiner Facebook-Seite habe ich dann mal mein Interesse gekundet.

Irgendwann kam Jörg auf mich zu, ob ich mal für ihn einen Beta-Test für den Gurt machen möchte, was ich natürlich nicht abgelehnt habe. Für sowas bin ich ja immer zu haben. Feedback hat er schon von mir erhalten und ich gehe mal von seinem Einverständnis aus, dass ich hier auch mal was kundtue.

Ich denke, auf die Einzelheiten der Gurte, bzw. Handschlaufen gehe ich nicht so ein, denn die technischen Daten könnt Ihr auch bei ihm nachlesen. 

Schön ist, dass das Leder komplett ist und nicht das letzte Stück mit einem Autogurt versehen wurde. Der Gurt und die Nähte sind schön verarbeitet. Anfangs noch etwas steif wird das Leder mit dem Gebrauch immer weicher. Auch ist die Innenseite noch etwas rau und stumpf, allerdings wird es nach kurzer Zeit glatter, sodass er schön über die Schulter gleitet. Ich habe auch noch mit dem Lederfett von Compagnon nachgeholfen.

Was ich nicht so Schick finde, sind die recht großen Schlüsselringe. Wenn ich kleinere verwende, dann passt leider die Länge des Kantenschutz nicht mehr und macht eine kleine Beule. Das ist zwar für die Funktion unerheblich, aber sieht doof aus. Man könnte aber kleinere Ringe bei der Produktion berücksichtigen, was aber keinen Sinn ergibt. Die großen Ringe sind notwendig, damit das Verhaken der Ringe in dem Schlitz zur Durchführung verringert wird. das Verhaken macht sich schnell bemerkbar, wenn man die Kamera am Gurt hochhebt. Hier habe ich den Fehler gemacht, dass ich auf der einen Seite den Schlitz verlängert habe, weil er zu eng war. Leider zu weit verlängert, sodass der Schlitz etwas instabil wurde. Mein Fehler.

Den Gurt abzunehmen und dann eine eine andere Kamera dranzumachen funktioniert tadellos – so soll es sein. Also die erste Etappe mit Bravour gemeistert.

Kürzlich kam dann die Handschlaufe raus und hier hatte ich auch um eines gebeten und auch schnell erhalten. Das Prinzip ist das selbe und der Wechsel zwischen Gurt und Handschlaufe klappt tadellos. Ich war gestern dann mal mit der Leica und der Handschlaufe unterwegs und hier konnte sich meine Begeisterung im Vergleich zum Eddycam-Sling nicht so auftun. OK, das Leder wird und wurde weicher. Das ist eine nunmal eine Eigenart von Leder, dass es erstmal etwas härter ist, aber dann schön anschmiegsam und weich, außer man nimmt den fast 100€ teureren Eddycam-Sling aus Elchleder. 😉 Was mich aber bei der Schlaufe etwwas gestört hat, dass er für mich zu lang und auch für mich die Schlaufe zu groß ist. Einfach die Kamera am Handgelenk baumeln lassen ist nicht. Nun ich habe eher kleine Hände und Handgelenke, bei größeren Händen und Gelenke mag es besser passen. Die Schlaufen hat sich nunmal Jörg gemacht und wer ihn kennt weiss, dass die bei ihm passen 😉

Mein Fazit:
Den Gurt mag ich sehr, weil er sehr praktisch, handlich ist und auch schick anzusehen ist. Die Handschlaufe ist auch soweit ok, passt mir aber nicht ganz.

Werde ich das System weiter nutzen? Nein ich denke nicht, denn in der Summe der Eigenschaften (die Optik außen vor) passt für mich die Kombination Peak Design mit Compagnon-Gurt und Eddicam-Sling besser. Aber wie ich mich kenne wechsle ich eh immer mal zwichendurch 😉

Sonnenstern und das Summaron

Sonnenstern und das Summaron

Asche auf mein Haupt. Bei meinem Bericht über das Summaron hab ich ganz vergessen etwas über Sonnensterne zu erwähnen, denn das ist was das Summaron leider nicht kann. Hier ist es aber in guter Gesellschaft zum z.B. 14-24mm f/2.8 von Nikon.

Zur Erläuterung was Sonnensterne sind, Das ist ein Effekt, der kommt, wenn man das Objektiv sehr weit abblendet und gegen Lichtquellen, wie z.B. Sonne, aber auch Lampen in der Nachtfotografie, fotografiert. Hier sieht die Lichtquelle dann aus, wie ein Stern.

 

Ist das Leica Summaron 28mm nur ein überteuertes Spielzeug?

Ist das Leica Summaron 28mm nur ein überteuertes Spielzeug?

Bei dem Objektiv handelt es sich um ein neu entwickeltes Objektiv, welches als Vorbild das Schraubleica-Objektiv Summaron 1:5.6/28mm hat, was zwischen 1955 und 1963 gebaut wurde. Es sieht diesem Objektiv sehr ähnlich, nur der Fokushebel ist etwas „moderner“ geworden und es hat jetzt statt dem 39mm Schraubgewinde jetzt das M-Bajonett. Im Prinzip basiert auch die optische Rechnung von damals, nur wurde es den modernen Glassorten angepasst. So oder so ähnlich steht es auf der Leica-Seite.

Als ich mit der Fotografie begonnen hatte, gingen die Standard- und Kitzooms i.d.R. bei 28mm los, sodass sich die 28mm bei mir irgendwie „eingebrannt“ haben. Meinen Brasilienurlaub vor zwei Jahren habe ich fast komplett mit 28mm bestritten, daher rückte das Summaron bei der Vorstellung in mein Interesse.

Aber warum will man so ein altes Objektiv, was im Prinzip die Fehler von damals aufweist, dann dazu auch noch lichtschwach ist und noch etwas teurer als das Elmarit 1:2.8/28mm (was zu den am besten korrigierten Linsen bei Leica gehört) ist? Nun ich für meinen Teil finde in erster Linie die Linse einfach schick. Ok an den digitalen Ms (mit Ausnahme der M10) sieht das Objektiv recht verloren aus, aber es ist einfach nur klein kompakt und geil. Es gibt es nur in silber mit einer schwarzen rechteckigen Streulichtblende aus Metall, die aber auch ins Sucherbild reinragt. Da ich aber immer eine Streulichtblende dran habe, habe ich sie durch eine runde aus Metall getauscht. Der Grund für die Streulichtblenden ist eher der Schutz der Frontlinse, als gegen Streulicht. Die Objektivdeckel bleiben i.d.R. in der OVP und die Objektive stehen auf den Streulichtblenden in der Fototasche oder sind an der Kamera.

Aber wie schlägt sich nun das Summaron in der Praxis? Die schwache Anfangsblende merke ich in meinem fotografischen „Alltag“ eher selten, da ich meist eh zwischen Blende 5.6 und 11 unterwegs bin. Bei Blende 5.6 ist schon eine deutliche Vignette sichtbar, die beim Abblenden etwas weniger wird, aber immer noch deutlich vorhanden ist. Da zu 90% meine Bilder ehe eine Vignette erhalten, kommt es mir entgegen. Sollte es dennoch zuviel sein, kann ich es mit Capture One Pro recht einfach verringern oder ganz wegbekommen. Ich bilde mir ein, dass die Bilder einen besonderen Look aufweisen. So richtig beschreiben kann ich es nicht, ich finde nur, dass die Kontraste kräftiger anders sind, was sich bei Farbe stärker bemerkbar macht. Diesen Eindruck machte auch seinerzeit das Elmar M 1:2.8/50mm an meiner M9, sodass ich mich dazu entschlossen habe, mein Summcron 1:2/50mm zu verkaufen. Hier war ich auch nicht 100%ig zufrieden, da es sehr anfällig gegenüber Streulicht war/ist. Aber dazu später mehr.

Also in Moment kristallisiert sich das Summaron zu meiner Lieblingslinse und mal sehen, wie am Ende des Jahres so die Verteilung auf die einzelnen Objektive sein wird.

 

 

 

Geodaten in meinen Bildern

Geodaten in meinen Bildern

Ich hatte ja schonmal kurz beschrieben, dass ich i.d.R. meine Bilder mit Geodaten versehe. Die mache ich nicht mit einem GPS-Tracker in bzw. auf der Kamera, sondern ich nutze die App Geotag Photos 2, die Anfangs die Uhrzeit mit Sekunden anzeigt, was den Vorteil hat, dass man entweder gleich oder in der Software die Uhrzeit der Kamera stellt bzw. die Uhrzeit in den Fotos anpasst, sofern man ein Bild von der Uhr gemacht hat. Der Stromverbrauch der App hält sich auch in Grenzen und man kann auch die Abstände der Punkte einstellen, falls einem der Stromverbrauch doch zu groß sein sollte.

Bisher hatte ich erst die Bilder in Capture One Pro importiert und dann mit der Mac App MyTracks die Geo-Daten in die Exifs der DNGs geschrieben hatte. Die iPhone App lädt die Spur automatisch auf die iCloud Drive und von hier aus importiere ich mir die GPX-Datei in MyTracks als Spur und dann ziehe ich die Bilder per Drag&Drop in das Programm und schreibe die Daten in die Exifs.

Vor Kurzem habe ich aber den Workflow geändert, da ich mich gewundert hatte, dass einige Bilderserien neben den Geo-Koordinaten auch die Ortsbeschreibung in den ITPC-Daten hatte. Das bedeutet, dass nicht nur die reinen Geo-Daten als Zahlen drinstehen, sondern auch Aufnahmeort (meist der Stadtteil), der Ort und das Land.

Das fand ich sehr geil, aber wusste nicht warum das einige Bilder drin hatten und einige nicht. Ich hatte dann mal probiert, erst die Bilder von der Speicherkarte in das Dateisystem zu kopieren, die Geodaten reinzuschreiben und erst dann die Bilder in Capture One zu importieren ohne die Bilder zu verschieben, da sie schon da sind, wo sie sein sollen. Eigentlich nicht mehr Aufwand, aber dafür noch genauere Ergebnisse. Nur darf ich nicht vergessen, die App auf dem iPhone zu starten 😉

Meine Gedanken zur Leica M10

Meine Gedanken zur Leica M10

Es ist jetzt ca. 1,5 Wochen her, dass Leica mit der M10 den Nachfolger der Leica M Typ 240 herausgebracht hat und wieder zu ihrer „alten“ Typenbezeichnung zurückgegangen ist.

Leica hat es auch mal wieder geschafft mit dieser Kamera die Fotowelt zu polarisieren, es ist von „Meilenstein“ über veraltete Technik, die zu teuer ist so ziemlich alles dabei.

Ich habe viel verfolgt und mir als Leica-Fan natürlich auch eine Meinung gebildet. Ich wollte sie aber hier noch nicht veröffentlichen, solange ich die Kamera nur von Bildern her kenne. Gestern konnte ich sie mir das erste Mal bei Meister-Camera in Hamburg mal live ansehen und auch ausgibig befummeln. Mit dem sehr netten Verkäufer, der sich wahnsinnig viel Zeit genommen hatte, bin ich sehr ins Schnacken gekommen, sodass ich vergessen habe, mal ein paar Bilder von der Kamera zu machen, sodass das Titelbild von Leica entliehen ist. Ich denke und hoffe, dass das für Leica ok ist.

Nun will ich hier nicht mit technischen Daten langweilen, denn die sind ausgiebig woanders zu lesen. Nur soviel, als ich die ersten Daten gelesen habe, war ich am überlegen, ist da nur am Design geschraubt worden? Mitnichten, denn da ist deutlich mehr Entwicklung eingeflossen, als die Daten vermuten lassen.

Leica bleibt nicht nur dem Messsucher bei der M treu, sondern auch dem Design, denn im Prinzip sieht die Leica M von Anbeginn an immer gleich aus, nur Kleinigkeiten sind verändert worden, selbst das „hässliche“ Entlein die M5 erkennt man m.E.n. Als Leica. Die digitalen sind allerdings im Vgl. zu den analogen dicker geworden, was einigen gestört hatte. Ich hatte da weniger ein Problem mit, weil die Dinger dadurch auch gut in meinen Händen liegen. Die M10 ist jetzt wieder genauso schlank, wie eine M6 oder M7 oder MP. Wobei Leica sich hier auf die Dicke der Deckkappe bezieht, was etwas geschummelt ist, allerdings nicht in der optischen Wahrnehmung und das ist entscheidend. Wenn man genau drauf achtet, dann steht das Bajonett im Vgl. zu den anderen Ms etwas vor. Es fällt allerdings nur auf, wenn man darauf achtet (was Ihr ab jetzt macht) 😉

Zuerst hatte ich gedacht, ok sie ist schlanker, wird sie aber dadurch nicht auch unhandlicher? Ich kann sagen nein, denn der Thumbs up (Daumenstütze) ist noch etwas ausgeprägter, als bei der 240&Co. ohne, dass man das Daumenrad schlechter bedienen kann. Das ist der Fall, wenn man die Zubehör Thumbies verwenden, die dann auch noch den Blitzschuh blockieren. Daher habe ich welche zum Aufkleben, von einem lustigen Engländer. Die stehen nicht so doll hervor und blockieren nicht den Blitzschuh. Also hier hat Leica alles richtig gemacht. Schickes Design ohne auf Kosten der Handlichkeit gegangen zu sein.

Dann hat Leica oben links noch ein ISO-Rad angebracht, was als Anlehnung des Rückspulknopfes  der M3 und MP gedacht ist. Sehr cool, wie ich finde, denn die M10 ist nunmehr neben der M-D die einzige digitale Kamera (soweit mir bekannt ist) Anmerkung: die Fuji X-T1 und X-t2 sowie die X-Pro 2 können es auch, wo ich alle wichtigen Parameter zur Belichtung einstellen kann, ohne die Kamera einzuschalten bzw. ich sehe alle auf einen Blick. Den Knopf muss man anheben, um in zu verstellen und man kann ihn aber dort lassen, sodass man die ISO auch verstellen kann, ohne die Kamera vom Auge zu nehmen. Ob das alles für eine Kamera ausschlaggebend ist, weiss ich nicht, aber ich finde es sehr gut.

Achja ISO, der ISO-Bereich ist zwischen 100 und 50.000, wobei auf dem Rad sind 100 – 6.400. Dann habe ich am Rad noch A(utomatik) und M(anuell), wo dann der Wert genommen wird, den man im Menü eingestellt hat bzw. wenn man lieber über das Menü geht, um die ISO einzustellen. Also auch an die hat Leica gedacht. Ich hatte mir mal ein paar DNG-Bilder aus dem Internet geholt und muss sagen, dass m.E.n. Leica nun endlich in Sachen ISO-Performance Anschluss gefunden hat.

Aprospos Menü und restliche Bedienung. In Zeiten von DLSM, wo man so ziemlich alles im Menü ver- äh einstellen kann, hat Leica es geschafft, die Bedienung noch aufgeräumter und übersichtlicher gestalten, wie es schon bei den Vorgängern war. Und mit drei Knöpfen (Liveview, Play und Menü) vermutet man es nicht. Gerade im Play-Modus hatte ich gedacht, dann wird das Löschen aber ganz schön umständlich. Nö sogar noch einfacher, denn mit einem Knopfdruck auf Menü, habe ich dann die Wahl zwischen, löschen (einzeln oder alle), Schützen (einzeln oder alle) und Bewerten. Letzteres wird sogar in den Exifs verewigt und somit im RAW-Converter der Wahl übernommen. Das finde ich mal ganz cool. Soweit ich weiss machen das nicht allzuviele Kamerahersteller.

Bei ersten Druck auf die Menütaste kommt man in ein selbst zu konfigurierende Favoritenmenü und mit einem zweiten Druck ins Hauptmenü. Das Favoritenmenü habe ich schon bei Fuji zu schätzen gelernt. Gut gemacht Leica!

Übrigens Play, auch hier hat Leica mal überlegt. Ich bin ein Freund von Histogramm und hier war es bisher so, dass es so groß war/ist, dass es so dominant war, dass man entweder das Histgramm beurteilt oder das Bild. Man musste dann immer über die Info-Taste durch die Ansichten blättern und das waren vier Seiten. Bei der M10 zwei. Zumindest war es gestern so eingestellt. Entweder komplettes Bild oder alle Infos. Wobei diese alle am Rand sind, wie auch das Histogramm, was oben link deutlich kleiner ist. Hier würde ich mir wünschen, dass Leica das per Firmware-update nachrüstet. Abei leider ist Leica für eine nachhaltige Firmware-Politik bei bestehenden Kameras nicht unbedingt bekannt.

Durch den neuen Prozessor ist die M10 auch deutlich flinker beim Einschalten oder Aufwachen geworden. Den Trick, dass man beim hochnehmen zum Auge schonmal kurz den Auslöser zum Aufwachen antippe braucht man nicht mehr anwenden. Im übrigen, hatte ich den schon aus Zeiten der OM-D E-M5II übernommen. Und mit 5 Bilder/s ist sie auch noch flotter geworden. Ok sie ist dadurch keine Sportkamera geworden, was sie aber nicht sein will und soll.

Die M10 hat keinen (von vielen erhofften) integrierten Hybrid-EVF bekommen, sondern man kann einen externen verwenden. Hier ist aber nicht mehr der eher schlechte des Vorgängers, sondern der der Leica T/TL. Dieser ist zwar nicht auf Höhe des EVF der SL oder Q, aber soweit OK. Er sogar GPS, was aber eher unbrauchbar ist, was ich bei der T schon feststellen durfte.

Sie hat auch immer noch nur einen SD-Karten-Slot, was mich persönlich nicht stört, aber da gibt es ja auch Auseinandersetzungen im Netz, die teilweise schon bis aufs Messer geführt werden.

Die M10 hat zwar Liveview, aber kein Video. Das Feld überlässt Leica der SL. Wohl nach dem Motto entweder richtig oder gar nicht. Und mein Empfinden, das ist eines der wenigen Dinge, die in der Leica-Gemeinschaft sehr unproblematisch ist.

Die Schlankheitkur hat leider auch zur Folge, dass der Akku dünner geworden ist und somit an Kapzität eingebüßt hat. Die M ist ja was Akku-Leistung angeht für mich ein Monster. Eine Wochenende mit nur einem Akku ist mit der „alten“ M kein Problem. Hier wird die Praxis zeigen, wie es mit dem neuen Akku funktionieren wird. Mein Gefühl sagt mir, dass es für mich wohl auch kaum bemerkbar sein wird, da ich Liveview eh selten nutze (Ok, mangels Liveview bei der 262 kein Wunder). Ob ich mit 45% Restakku nach Hause komme oder 35% ist eher uninteressant. Hier bin ich aber mal auf die ersten richtigen Praxiserfahrungen gespannt.

Beim Preis hatte ich eigentlich mit einer 7 vorne gerechnet und mit 6.500€ ist sie sogar 20€ günstiger, als die noch erhältliche Typ 240 😉

Mein Fazit:
Mit der M10 kommt Leica dem Meilenstein schon recht nahe. Sie haben es geschafft, wieder an das alte Design anzuknüpfen ohne an der Handlichkeit einzubüssen. Mit der kompromisslosen Einstellbarkeit der Belichtungsparameter im ausgeschalteten Zustand hat sie meinen Nerv getroffen. Mit der ISO-Performance hat Leica nach der Monochrom nun endlich mal aufgeschlossen und diese vielleicht auch überholt, allerdings muss ich sagen, dass ich mit meiner M Typ 262 selten Probleme hatte, aber haben ist besser als brauchen 😉

Ob sich der kleiner Akkus stark bemerkbar machen wird, wird sich zeigen, allerdings wird sie immer noch besser sein, als die DSLMs, da der EVF ja fehlt.

Nun zur Frage, ob ich mir die M10 kaufe oder kaufen würde. Letzteres eindeutig ja, nur werde ich es derzeit nicht tun, da mein Konto etwas anderes sagt 😉 Ein Verkauf meiner 262 lohnt sich nicht, denn derzeit ist der Gebrauchtmarkt mit Typ 240 und 262 ziemlich voll und er Gebrauchtpreis dementsprechend niedrig.

So dass soll es erstmal gewesen sein, mehr fällt mir nicht ein. Ich habe noch ein paar Bilder beigefügt, damit es hier nicht nur mit Text ist, die sind aber leider nicht wirklich aussagefähig.