Ja ich weiß, dass ich schon lange nichts mehr von mir hab hören lassen. Eigentlich müsste hier erstmal meine Vietnam-Tour auftauchen, die ist aber noch umfangreicher und ich zu faul derzeit dazu.

Ich habe mit allerdings gedacht, dass ich mal über die spontane Tour nach Brüssel berichte, bevor ich mich morgen für ein verlängertes Wochenende nach Antwerpen aufmache.

Ursprünglich nicht geplant, aber irgendwie stellten wir fest, dass Pfingsten ein langes Wochenende ist, sodass wir irgendwo hinwollten. Flüge waren kurzfristig zu teuer, sodass ich mit einem Zirkel auf der Landkarte eine Fahrtzeit von 5-6h max geschlagen habe. U.a. tauchte da Brüssel auf. Bis zu diesem Zeitpunkt dachten wir eigentlich, dass Brüssel eine langweilige Europahauptstadt sei, wir wurden eines besseren gelehrt.

Wir haben uns über Booking.com ein IBIS-Hotel in der Nähe vom Grand Place gebucht. Es hatte von den Bildern her ein tolles Frühstücksbuffet und schöne Zimmer. Hier muss ich sagen, dass der Fotograf eine tolle Arbeit geleistet hat, denn leider war es nicht so toll, wie auf den Bildern. Das Zimmer war unter dem Dach mit Schräge und sehr klein und das Frühstücksbuffet war sehr gut, wenn auch nicht so, wie auf den Bildern. Allerdings muss ich sagen, würde ich das Hotel immer wieder buchen, weil es ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis hat und eine tolle Lage. Und das Personal war sehr nett und aufmerksam, was m.E.n. auch sehr wichtig ist.

Während wir immer weiter in die Innenstadt zum Hotel fuhren, fiel uns auf, dass viele junge Menschen mit regenbogenfarbenden Flaggen und Klamotten durch die Gegend liefen. Ups, sollten wir direkt in einen CSD-Umzug geraten? Also mit dem Auto erstmal nicht.

Nach dem Checkin sind wir erstmal Richtung Grand Place und die deren entsprechenden Sehenswürdigkeiten gelaufen und dann ein Kleinigkeit essen gegangen. Hier ein typisches Sandwich mit Käse und natürlich Bier. Als Biertrinker, was ich bin, ist Brüssel bzw. Belgien schon ein Mekka. Auch wenn man sich erstmal an den einen oder anderen Geschmack gewöhnen muss und auch darauf achten sollte, wie stark das Bier ist. Denn so ein belgisches Bier kann schonmal so um die 8-9% haben.

Auch in diesem Lokal wurde wir sehr herzlich bedient und als wir dann raus sind, sind wir in den CSD-Umzug geraten. Ich habe ja den einen oder anderen Umzug u.a. Hamburg, Berlin, Oldenburg und Bremen mitgemacht und muss sagen, dass die Stimmung hier in Brüssel sowas von ausgelassen und gut war. Keine Spannungen oder Aggressionen kamen uns entgegen und das tolle Wetter tat sein übriges. Sehr positiv, dass man im Prinzip mittendrin war, da die Gassen eng und dadurch die LKWs eher Transporter waren. Also erstmal Bierchen und rein in das Getümmel.

Was mir hier aufgefallen ist, dass die Stadtreinigung direkt hinter der Parade aufgeräumt und sauber gemacht hat. Hut ab, eine tolle Organisation.

Wir sind dann irgendwann in der Szene in einige Kneipen gegangen, wo wir dann ausgelassen bei warmen Wetter und netten Leuten gefeiert haben. Eigentlich wollten wir dann noch kurz ins Hotel und uns frisch machen, allerdings haben wir hier die Rechnung ohne das belgische Bier gemacht, was wir so schnell getrunken haben, wie hier in Deutschland. So genau wissen wir nicht mehr wann und wie wir ins Hotel gekommen sind, aber das letzte Foto habe ich von Manneken Pis irgendwie kurz nach 23 Uhr gemacht.

Nunja, so ging es uns am nächsten Tag gut und wir sind erstmal bei bestem Wetter Richtung Palais Royal gelaufen und hier ist uns aufgefallen, dass in Brüssel an jeder Ecke ein kleiner oder auch großer Park ist, wo wir dann auch eine kleine Cappuccino-Pause eingeschlagen haben. Nach der Besichtigung Palais Royal und umzu konnten wir das Brandenburger Tor von Brüssel sehen, wo wir dann auch hingelaufen sind. Hier muss ich sagen, wow, der Triumph-Bogen ist gefühlt deutlich größer, als das Brandenburger Tor.

Nachdem wir natürlich erstmal eine typische belgische Waffel gegessen haben, konnten wir den Mittelalter-Markt der hinter dem Bauwerk war genießen. Auch hier wieder eine ausgelassene Stimmung mit netten Menschen und bestem Wetter. Danach sind wir dann erstmal durch das grüne und entspannt wirkende Brüssel Richtung Hotel gewandert, um uns im Hotel frisch zu machen und dann den Abend genießen. Auf dem Grand Place ist uns aufgefallen, dass die brüsseler Jugend hier sich einfach auf dem Platz niederlassen und bei einem Kaltgetränk den Abend genießen.

Am nächsten Tag sind wir dann zur Kathedrale St. Michel gefahren, um uns auch mal den Überblick über Brüssel zu verschaffen. Das ist auch eine absolute Empfehlung und man kann sehen, wie groß und grün Brüssel ist. Man kann sich kaum vorstellen, dass hier mehr Menschen pro Quadratkilometer wohnen, als in jeder deutschen Stadt.

Bevor wir dann auf die Rückreise gingen, sind wir natürlich auch noch zum Atomium gefahren, denn das ist Pflicht, wenn man in Brüssel ist. Oben waren wir aber nicht, da es einfach zu voll war. Eigentlich wollten wir noch zum Abschluss typische belgische Pommes essen, aber das war leider nicht, denn es waren m.E.n. stinknormale.

Tja und schon war die Städtereise mal wieder zu schnell vorbei und kann nur sagen, dass wir sehr angenehm überrascht waren, wie schön Brüssel ist. Zumindest am Wochenende liegt eine entspannte Atmosphäre in der Luft. Die Menschen waren sehr freundlich und entgegen den Amsterdamer, wurden wir erstmal in der Muttersprache angesprochen und erst dann in Englisch. Also man geht hier nicht davon aus, dass man Tourist ist oder man ist einfach stolz Brüssler zu sein, ohne dass das unangenehm aufgefallen ist.

Also Brüssel ist eine absolute Empfehlung