Mein Norderney

Mein Norderney

So zum Abschluss 2018 möchte ich noch einen Blogpost loswerden. Ich war mir nicht sicher, soll es ein Reisebericht werden oder eine Erfahrungsbericht eines Workshops. Ich habe mich für eine Mischung entschieden.

Als ich auf dem Youtube-Channel von Thomas Hintze von dem Landschaftsfotgrafie-Workshop mitbekommen habe und das auch noch im November, habe ich nicht lange gezögert. Nicht nur der Grund, dass mich Landschaftsfotgrafie interessiert, nein auch, dass ich im Prinzip meine Ferien in der Kindheit sehr häufig auf Norderney verbracht habe, war der Grund den Workshop zu buchen. Es war ein Grund mal wieder nach Norderney zu fahren. Ok, ich könnte auch sonst immer hierher fahren, Ihr wisst was ich meine 😉

Mir sind zwar eigentlich die Bearbeitungen von Thomas mittlerweile oft zu extrem geworden, aber jeder kann bei so einen Workshop seinen eigenen Stil finden oder ausbauen.

Ursprünglich wollte ich mit der Bahn anreisen, da ich aber einen kleinen Umweg über Norderstedt machen musste, um meine Nikon D850 aus der Reparatur abzuholen, bin ich mit dem Auto angereist. Dummerweise habe ich nicht genau die E-Mails und Doodle gelesen und habe das Auto mit auf die Insel genommen, was eine doofe Idee war. Denn es waren schon genug Autos der Teilnehmer vor Ort, um vom Zentrum Norderney zu den Fotolocations zu fahren. Da man auf Norderney nur auf bestimmten Parkplätzen parken darf, habe ich die Fährüberfahrt bezahlt und das Auto auf dem im Winter kostenlosen Parkplatz abgestellt und nach dem Workshop erst wieder genutzt. Also hier der Tipp, wer nicht zuviel Gepäck dabei hat, entweder mit der Bahn anreisen oder das Auto auf dem Festland abstelle und mit der Fähre als Fahrgast fahren. Selbst wenn man Taxi fährt, dann ist das immer noch günstiger, als sein Auto mit rüber zu nehmen. Wer gut zu Fuß ist, kann von der Fähre zum Hotel auch laufen.

Der Anreisetag war im Prinzip zur freien Verfügung, da wir erst am Abend einen Kennlerntreffen hatten, um auch die Abläufe und die weitere Vorgehensweise zu erfahren. So konnte ich auf den “alten” Pfaden wandern und gucken, was hat sich verändert. Ich muss sagen, es hat sich nicht sooo viel verändert, allerdings macht Norderney einen moderneren Eindruck. D.h. so ein bisschen sind die mit der Zeit gegangen. Einige Läden gibt es noch, einige haben sich verändert und natürlich sind einige dazu gekommen.

Aber ich musste eine große Enttäuschung hinnehmen, weil ich mich da sehr darauf gefreut habe, die Milchbar ist keine Milchbar mehr, sondern eher so eine Hipster-Strandbar, wo man sicher cool chillen und leckere Cocktails genießen kann. Nur hatte ich sauleckeren Milchreis, Jogurt mit Schokoraspel, Germknödel, Quark mit Früchten usw. erwartet. Vor lauter “Schock” habe ich nichtmal ein Foto von der Milchbar.

In dem Jack Wolfskin Laden habe ich von einen jungen Mitarbeiter den Tipp einer Kneipe erhalten, die sehr gediegen ist und auch noch Norderneyer Bier ausgeschenkt wird. Super “Geheimtipp”.

Bevor ich dort hingegangen bin, war erstmal das gemeinsame Treffen mit einem gemeinsamen Abendessen im Hotel. Wir haben hier uns kennengelernt und auch die Abläufe der nächsten Tage. Aufgrund November brauchten wir nicht zu unchristlicher Zeit aufstehen, sondern ganz normal mit gemütlichem Frühstück und dann Abreise zu den Fotolocations. Alles recht entspannt und bei bestem Herbstwetter. Es war zwar kühl, aber sonnig und diese hat auch in der Mittagszeit aufgrund des Herbstes lange Schatten geworfen.

Die nächsten Tage gestalteten sich dann so, dass wir vormittags auf Tour gegangen sind und nachmittags die Theorie hatten und am letzten Tag dann auch eine Bildbesprechung. Hier hätte ich mir gewünscht, wenn wie diese öfter gehabt hätten, um auch zu sehen, was die anderen so machen und die Tipps von Thomas umsetzen. Es versteht ja jeder immer mal was anderes.

Das Schöne war, dass Thomas an den Fotolocation selber nicht fotografiert, sondern sich um die Teilnehmer gekümmert hat und mit Rat und Tat zur Seite stand. Da habe ich auch schonmal an anderen Workshops teilgenommen, wo der/die Workshopleiter auch damit beschäftigt waren entweder zu vloggen und/oder Fotos für ihr Portfolio zu suchen.

Der Workshop war eine gesunde Mischung aus Praxis und Theorie nebst Bildbearbeitung und auch auf “Sonderwünsche” ist Thomas eingegangen, denn wir waren zwei Teilnehmer, die sehr gerne etwas mehr über Langezeitbelichtung etwas erfahren wollten, was wir dann auch bekommen haben. Denn Norderney eignet sich eher nicht so für das Thema Langzeitbelichtung.

Die Tage an der frischen Luft waren sehr anstrengend, sodass ich es gar nicht geschafft habe, nach dem Abendessen noch auf Tour zu gehen. Nur am letzten Abend musste ich unbedingt noch das leckere Bier genießen und da ich davon so geschwärmt habe, kam auch noch ein weiterer Teilnehmer mit.

Alles in Allem war es ein gelungener Workshop, der sehr viel Spaß gebracht hat, ich viel mitgenommen, nette Teilnehmer kennen gelernt habe und ich sicher im nächsten Jahr nochmals nach Norderney kommen werde. Auch kann ich Workshops von und mit Thomas empfehlen, da er sehr gut anhand guter Beispiele erklären kann und auch die Theorie nicht langweilig wurde. Auch dass er “draußen” sehr präsent war zeichnet ihn aus. Ich glaube Bretagne könnte interessant werden.

Achja noch was zur Ausrüstung. Ich hatte eine Nikon D850 und das Tamron 17-35mm f2.8-4. Ferner ein Berlebach-Stativ mit Sirui-Kopf und Rollei-FIlter. Ich hatte zwar auch andere Objektive dabei, wo ein zwei Fotos mit dem AF-P 70-300mm gemacht habe. Das Tamron habe ich allerdings nach dem Workshop wieder zurückgegeben, da es mir die Verarbeitung nicht gefallen hat. Der Zoom- und auch der Fokusring waren mir zu leichtgängig und auch insgesamt wirkte es mir zu klapprig, auch wenn die Bildqualität sehr gut ist. Ich habe mir lieber ein gebrauchtes Nikkor 16-35mm f/4 gekauft.

 

Mein Antwerpen

Mein Antwerpen

Irgendwie bekomme ich derzeit nicht den Dreh mich mal an den Bericht über meine Vietnam-Reise zu erstellen. Dann erstmal ein Kurztripp nach Antwerpen.

Da ich mir bzgl. des 03. Oktober eine Brücke gebaut habe, sind wir am Freitag Richtung Antwerpen gestartet. Das hatte ich ja schon in meinem Brüssel Beitrag angedroht.

Das Schöne ist, dass die Fahrten über oder auch nach Holland meist problemlos laufen und der Verkehr in Belgien überschaubar ist, sodass wir recht entspannt in Antwerpen angekommen sind. Der Verkehr in Antwerpen war dann leider nicht mehr so locker, da recht viele Autos und auch Fahrräder unterwegs waren und auch gefühlt bestand Antwerpen aus einer Baustelle.

Parken im Diamantenviertel gleicht auch eher einem Glücksspiel, aber Gott sei Dank hatte das Hotel einen eigene Parkplatzmöglichkeit in der Tiefgarage. Die hatte mich aber irgendwie an Prag erinnert, denn ich musste auch den Schlüssel abgeben, falls mein Auto umgeparkt werden müsste.

Antwerpen ist aber eine übersichtliche Stadt, denn man kann dort alles fussläufig oder mit dem Fahrrad, was man sich überall (und wirklich überall) ausleihen kann, erreichen kann. Leider zeigt die (deutschsprachige) Velo-App nur die Standorte an, aber man kann dort leider nicht buchen. Man muss über die Webseite, was aber auch kein Problem darstellt. Man bekommt einen Code, den man an den Stationen eingibt. Man bezahlt pro Tag 8€ und hat die jeweils ersten 30min. inkl. In der Zeit erreicht man i.d.R. alles, notfalls hängt man das Fahrrad innerhalb der halben Stunde in die Station ein und nimmt dann das Nächste. Ich finde diese Lösung wirklich sehr gut und benutzerfreundlich. Im übrigen werden die Stationen hauptsächlich von Antwerpern genutzt, die eine eigene Karte dafür haben.

Die Fahrradwege sind zwar nicht so toll, wie in Kopenhagen und die Fahrräder sind keine Highendgeräte, aber ich finde es wirklich toll. Sowas würde ich mir für Bremerhaven (da erfährt man nichtmal die Stationen auf der Webseite) auch wünschen.

Wir waren im Hotel Eden untergebracht, welches im Diamantenviertel ist und auch in der Nähe der Centraal Station, welche im übrigen wirklich so sehenswert und überwältigend ist, wie man häufig hört. Das Hotel war einfach, aber sauber und das Personal sehr nett. Die Gegend ist etwas anrüchig, vor allem in der Richtung, wo uns die Dame von der Rezeption abgeraten hat spät abends lang zu laufen. Allerdings war es wohl eher eine vorsichtige Warnung, denn so schlimm empfand ich es nicht.

In Antwerpen angekommen konnten wir den ersten Nachmittag bei bestem Wetter genießen und durch die Stand bummeln, lecker essen und Bierchen trinken. Wir sind erstmal zum Brabo-Brunnen mit der werfenden Hand (man munkelt, daher kommt (H)Antwer(f)pen) 😉 . Weiter dann zu den Scheldenkaaien und dort gebummelt.

Dort angekommen haben wir das Wetter genossen, uns den Wind um die Nase wehen lassen und an der “Promenade” gebummelt.

Wir wollten dann ins Modemuseum, aber leider hatte es geschlossen, sodass wir Bierchen trinken “mussten” 😉

Abends haben wir dann einen Bekannten getroffen und so leicht versackt. Dadurch den Samstag bis Mittags verpennt.

Nichtsdestotrotz haben wir uns natürlich Antwerpen angesehen und das Mas-Museum darf dann nicht fehlen. Vorher haben wir aber im Pelican Rouge gefrühstückt. Das ist eine sehr zu empfehlende Kaffeebar mit sehr leckerem Cappuccino und Croissants.

Das Mas-Museum ist auch sehr zu empfehlen, um einen Überblick über Antwerpen zu erhalten, da man kostenlos nach oben darf. Auch eine kleine Ausstellung ist kostenfrei und sehr schön zu sehen, was es sonst noch so gibt. Leider war nicht genug Zeit, um richtig ins Museum zu gehen.

Natürlich darf nach einem so anstrengendem Besuch ein Mittagessen mit einem Bierchen nicht fehlen. Hier sind wir im De Burgerij direkt gegenüber vom Museum fündig geworden. Sehr lecker und ein bisschen stylisch. Vor allem bei schönstem Wetter draußen am Wasser.

Nachmittags haben wir uns dann Fahrräder gemietet und sind dann zu De Koninck der Stadtbrauerei von Antwerpen gefahren. Hier war ein Bierfest und richtig was los. Nicht nur die eigenen Biere wurden präsentiert, sondern auch viele andere. Schön in kleinen Probiergläser und zu einem übersichtlichen Preis. Leider hatten wir uns bereits mit jemandem verabredet, wir wären gerne noch länger hier geblieben. Ich muss sagen, dass die Belgier ähnlich entspannt und gut gelaunt sind, wie die Holländer, die Atmosphäre war sehr angenehm, obwohl es sehr voll war.

Abends waren wir dann im Bier Central und haben sehr lecker und gutbürgerlich gegessen und natürlich Bierchen getrunken. Obwohl ich erst den Eindruck hatte, dass das aufgrund der zentralen Lage eher eine Tourikneipe ist, aber ich war angenehm überrascht. Vor allem ist der Keller eine Augenweide, wenn man sieht, wieviel Fässer alleine angeschlossen sind und auch das restliche Lager sich betrachtet.

Den Partyabend haben wir dann im Que Pasa eingeläutet und leider habe ich vergessen und auch nicht notiert, wo wir die restliche Nacht verbracht haben 😉

Am nächsten Tag wollten wir uns eigentlich noch das Hafenhaus ansehen, was wir leider aufgrund der fehlenden Zeit nicht mehr gemacht haben. Eigentlich sehr schade.

Insgesamt kann ich Antwerpen sehr empfehlen und man sollte sich noch etwas mehr Zeit nehmen und Nachts nicht so lange feiern, damit man tagsüber mehr sehen kann 😉 . Wir hatten allerdings auch sehr viel Glück mit dem Wetter, sodass wir uns auch sehr viel draußen aufhalten konnten. Also da werden wir sicher nochmals hinfahren.

Wir wurden im übrigen von WDR-Reisen inspiriert.

Mein Brüssel

Mein Brüssel

Ja ich weiß, dass ich schon lange nichts mehr von mir hab hören lassen. Eigentlich müsste hier erstmal meine Vietnam-Tour auftauchen, die ist aber noch umfangreicher und ich zu faul derzeit dazu.

Ich habe mit allerdings gedacht, dass ich mal über die spontane Tour nach Brüssel berichte, bevor ich mich morgen für ein verlängertes Wochenende nach Antwerpen aufmache.

Ursprünglich nicht geplant, aber irgendwie stellten wir fest, dass Pfingsten ein langes Wochenende ist, sodass wir irgendwo hinwollten. Flüge waren kurzfristig zu teuer, sodass ich mit einem Zirkel auf der Landkarte eine Fahrtzeit von 5-6h max geschlagen habe. U.a. tauchte da Brüssel auf. Bis zu diesem Zeitpunkt dachten wir eigentlich, dass Brüssel eine langweilige Europahauptstadt sei, wir wurden eines besseren gelehrt.

Wir haben uns über Booking.com ein IBIS-Hotel in der Nähe vom Grand Place gebucht. Es hatte von den Bildern her ein tolles Frühstücksbuffet und schöne Zimmer. Hier muss ich sagen, dass der Fotograf eine tolle Arbeit geleistet hat, denn leider war es nicht so toll, wie auf den Bildern. Das Zimmer war unter dem Dach mit Schräge und sehr klein und das Frühstücksbuffet war sehr gut, wenn auch nicht so, wie auf den Bildern. Allerdings muss ich sagen, würde ich das Hotel immer wieder buchen, weil es ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis hat und eine tolle Lage. Und das Personal war sehr nett und aufmerksam, was m.E.n. auch sehr wichtig ist.

Während wir immer weiter in die Innenstadt zum Hotel fuhren, fiel uns auf, dass viele junge Menschen mit regenbogenfarbenden Flaggen und Klamotten durch die Gegend liefen. Ups, sollten wir direkt in einen CSD-Umzug geraten? Also mit dem Auto erstmal nicht.

Nach dem Checkin sind wir erstmal Richtung Grand Place und die deren entsprechenden Sehenswürdigkeiten gelaufen und dann ein Kleinigkeit essen gegangen. Hier ein typisches Sandwich mit Käse und natürlich Bier. Als Biertrinker, was ich bin, ist Brüssel bzw. Belgien schon ein Mekka. Auch wenn man sich erstmal an den einen oder anderen Geschmack gewöhnen muss und auch darauf achten sollte, wie stark das Bier ist. Denn so ein belgisches Bier kann schonmal so um die 8-9% haben.

Auch in diesem Lokal wurde wir sehr herzlich bedient und als wir dann raus sind, sind wir in den CSD-Umzug geraten. Ich habe ja den einen oder anderen Umzug u.a. Hamburg, Berlin, Oldenburg und Bremen mitgemacht und muss sagen, dass die Stimmung hier in Brüssel sowas von ausgelassen und gut war. Keine Spannungen oder Aggressionen kamen uns entgegen und das tolle Wetter tat sein übriges. Sehr positiv, dass man im Prinzip mittendrin war, da die Gassen eng und dadurch die LKWs eher Transporter waren. Also erstmal Bierchen und rein in das Getümmel.

Was mir hier aufgefallen ist, dass die Stadtreinigung direkt hinter der Parade aufgeräumt und sauber gemacht hat. Hut ab, eine tolle Organisation.

Wir sind dann irgendwann in der Szene in einige Kneipen gegangen, wo wir dann ausgelassen bei warmen Wetter und netten Leuten gefeiert haben. Eigentlich wollten wir dann noch kurz ins Hotel und uns frisch machen, allerdings haben wir hier die Rechnung ohne das belgische Bier gemacht, was wir so schnell getrunken haben, wie hier in Deutschland. So genau wissen wir nicht mehr wann und wie wir ins Hotel gekommen sind, aber das letzte Foto habe ich von Manneken Pis irgendwie kurz nach 23 Uhr gemacht.

Nunja, so ging es uns am nächsten Tag gut und wir sind erstmal bei bestem Wetter Richtung Palais Royal gelaufen und hier ist uns aufgefallen, dass in Brüssel an jeder Ecke ein kleiner oder auch großer Park ist, wo wir dann auch eine kleine Cappuccino-Pause eingeschlagen haben. Nach der Besichtigung Palais Royal und umzu konnten wir das Brandenburger Tor von Brüssel sehen, wo wir dann auch hingelaufen sind. Hier muss ich sagen, wow, der Triumph-Bogen ist gefühlt deutlich größer, als das Brandenburger Tor.

Nachdem wir natürlich erstmal eine typische belgische Waffel gegessen haben, konnten wir den Mittelalter-Markt der hinter dem Bauwerk war genießen. Auch hier wieder eine ausgelassene Stimmung mit netten Menschen und bestem Wetter. Danach sind wir dann erstmal durch das grüne und entspannt wirkende Brüssel Richtung Hotel gewandert, um uns im Hotel frisch zu machen und dann den Abend genießen. Auf dem Grand Place ist uns aufgefallen, dass die brüsseler Jugend hier sich einfach auf dem Platz niederlassen und bei einem Kaltgetränk den Abend genießen.

Am nächsten Tag sind wir dann zur Kathedrale St. Michel gefahren, um uns auch mal den Überblick über Brüssel zu verschaffen. Das ist auch eine absolute Empfehlung und man kann sehen, wie groß und grün Brüssel ist. Man kann sich kaum vorstellen, dass hier mehr Menschen pro Quadratkilometer wohnen, als in jeder deutschen Stadt.

Bevor wir dann auf die Rückreise gingen, sind wir natürlich auch noch zum Atomium gefahren, denn das ist Pflicht, wenn man in Brüssel ist. Oben waren wir aber nicht, da es einfach zu voll war. Eigentlich wollten wir noch zum Abschluss typische belgische Pommes essen, aber das war leider nicht, denn es waren m.E.n. stinknormale.

Tja und schon war die Städtereise mal wieder zu schnell vorbei und kann nur sagen, dass wir sehr angenehm überrascht waren, wie schön Brüssel ist. Zumindest am Wochenende liegt eine entspannte Atmosphäre in der Luft. Die Menschen waren sehr freundlich und entgegen den Amsterdamer, wurden wir erstmal in der Muttersprache angesprochen und erst dann in Englisch. Also man geht hier nicht davon aus, dass man Tourist ist oder man ist einfach stolz Brüssler zu sein, ohne dass das unangenehm aufgefallen ist.

Also Brüssel ist eine absolute Empfehlung

 

Meine Leica M10

Meine Leica M10

Ich glaube, einige denken jetzt ist der völlig durchgedreht. Hat er doch kürzlich einige Berichte zu Fuji geschrieben und nun “Meine Leica M10”?

Naja wer mich kennt weiss, dass ich ein Leica Fan bin und auch manchmal wechselfreudig. Nachdem ich im letzten Jahr weitestgehend mit Fuji unterwegs und auch sehr zufrieden war, bekam ich kürzlich einen Impuls, sodass ich mir mal meine Bilder auf dem iPhone/iPad näher betrachtet habe. Man muss dazu sagen, dass bei mir in Fotos weitestgehend bearbeitete Bilder aus meinen Kameras befinden und nur vereinzeln welche vom iPhone. Bei der Durchsicht wurde ich sentimental, weil mir die Leica-Bilder besser gefielen, was sicher auch an den damit verbundenen Erinnerungen liegt. Wenn ich so zurückgedacht habe, dann musste ich feststellen, dass ich am meisten Spass beim Fotografieren mit der Leica hatte. Die Fuji ist zwar toll und bringt auch Spass, aber anders. Gut Leica hat es eben drauf, nicht nur einen Fotoapparat zu liefern, sondern auch Emotionen. Kann vielleicht nicht jeder nachvollziehen, ist in meinem Fall so.

Dann machte ich auch den Fehler, einen Freund zu fragen, ob er seine M10 immer noch verkaufen möchte (er bot sie mir schonmal an). Er verwies mich dann an einen weiteren M10-Nutzer, der seine loswerden wollte und mit dem nahm ich dann Kontakt auf. Der unterbreitete mir dann so ein Angebot, wo ich nicht nein sagen konnte, obwohl die Leica silber ist.

Letzten Sonntag haben wir uns dann getroffen und der Zustand entsprach 100% dem wie er sie beschrieb. Er sagte mir allerdings, dass er kurz überlegte, ob er den Termin absagen soll, weil er auch etwas sentimental wurde. Gott sei Dank kam er 😉

Nun habe ich eine M10 mit drei Akkus, dem Visoflex und als Dreingabe ein Minolta M Rokkor 1:2/40mm in einem hervorragenden Zustand.
Was soll ich sagen, es fühlt sich wieder richtig gut an eine Leica M zu besitzen und ich werde erstmal damit losziehen, damit wir uns schön kennenlernen, denn der Vietnam-Urlaub kommt immer näher.

 

So, weitere Berichte werden sicher folgen und bitte schimpft nicht zu doll mit mir.

Fujinon XF 10-24mm

Fujinon XF 10-24mm

Evtl. wisst Ihr, dass ich ein Weitwinkel-Fan bin, aber auch ein Festbrennweiten-Fan. Ich besitze das XF 16mm F1.4 und wollte eine Erweiterung nach unten. Seitens Fuji gibt es nur noch das 14mm F2.8, was mir aber zu dicht beim 16er ist und dann gibt es noch das Zeiss 12mm F2 und das Samyang/Walimex/Rokinon 12mm f2. Das Zeiss hat zwar AF und die elektronische Verbindung zur Fuji, ist aber auch entsprechend teuer und das Samyang hat keine Elektronik und somit auch keinen AF, aber dafür deutlich günstiger. Beide haben den Ruf ein hervorragende Abbildungsleistung zu besitzen.

Als Alternative von Fuji gibt es nur das 10-24mm, was auch vermeintlich flexibler klingt. OK der Preis ist auf dem Niveau des Zeiss, aber eben ein Zoom. Auch gilt es als ein sehr gutes Objektiv, wie die meisten Fujinons.

Nun bin ich im DSLR-Forum fündig geworden und konnte eins relativ günstig erwerben.

Vorab muss ich mich fragen, warum ich es nicht bei der Fuji X-Roadshow mal getestet habe, dazu später mehr.

Also, es ist recht groß für ein Objektiv mit einer größten Blende von 4 und es fühlt sich sehr wertig an, ich konnte es kaum erwarten, damit loszuziehen. Hier im Norden ist es ja immer um diese Jahreszeit eher grau, sodass ich dann einfach mal durch den nahe gelegenen Park gewandert bin. Mein Ziel war es einfach mit 10mm ohne zu zoomen. Ich muss sagen, dass die 6mm mehr schon eine Herausforderung sind, aber nach dem Lesen von Chris‘ Buch über die Weitwinkelfotografie ist es ja kein Problem mehr 😉 . Es hat sehr viel Spass gebracht und ich finde die Wasserwaage der X-T2 großartig, so habe ich auch nach der Nachbearbeitung noch die 10mm 😉 . Was mir hier schon aufgefallen ist, dass man mit 10mm schon recht eingeschränkt ist, denn wo man im Prinzip mit 16mm fast alles machen kann, wenn man einen Spaziergang macht, muss man hier schon suchen.

So und vorletzten Sonntag war nicht nur tolles Wetter in Bremerhaven, sondern auch noch verkaufsoffener, sodass ich dann mit der X-T2 und dem 10-24mm losgezogen bin, wohlwissend, dass ich es sicher nicht schaffen werde nur mit 10mm, sondern auch gezielt mal mich auf 12 und 14mm zu begrenzen. Beim komponieren ist man dazu verleitet am Zoom zu drehen, man hat zwar dann einen anderen (evtl. passenderen Ausschnitt, aber keine andere, vielleicht bessere, Perspektive). Ich war ziemlich mit dem Teil beschäftigt.

Und was habe ich mal gelernt, die Technik soll Dich unterstützen und nicht behindern und ich glaube, daher haben wir uns wieder getrennt und ich ärgere mich, dass ich das Objektiv nicht auf der Fuji-Roadshow getestet habe. Ich konnte es aber gegen ein 12mm f/2 Samyang tauschen und habe auch noch Geld erhalten. Nun werde ich die Tage mal mit dem mechanischen 12mm Objektiv losziehen.

Das Weitwinkelbuch

Das Weitwinkelbuch

Heute will ich mal einen etwas anderen Blogeintrag erstellen. Denn ich glaube, dass ich mal eine Rezension eines Buches abgebe, haben wir noch nicht erlebt, da ich eigentlich kein großer Buchleser bin.

Chris Marquardt, die eine Hälfte vom Happy Shooting Podcast, hat vor kurzem ein Buch über Weitwinkelfotografie herausgebracht. Als Teilnehmer seines 24mm Workshops bekam ich die Möglichkeit ein Buch zu bekommen und die Bitte des dpunkt-Verlages und Chris eine kleine Rezension zu hinterlassen. Schön, dass ich es nicht muss, aber das Buch ist es wert, dass ich ein paar Zeilen dazu schreibe.

Ich hatte ja oben geschrieben, dass ich kein Buchleser bin, da ich zu ungeduldig bin, mal längere Zeit konzentriert zu lesen. Das ist ja der „Nachteil“ bei Fachbüchern, dass man ja schon konzentriert sein sollte, wenn man zwar lernen möchte. Das schöne ist, dass es der Schreibstil von Chris leichtmacht in den Lesefluss zu kommen. Ob es daran liegt, dass ich Chris persönlich kenne und so bei dem einen oder anderen Satz die Stimme und auch die Mimik vor Augen habe, vermag ich nicht zu beurteilen.

Ich hab echt überlegt, ob das Buch was für mich ist, denn ich war ja Teilnehmer seines 24mm Workshops und bin auch meist weitwinklig (24, 28 und manchmal auch 35mm) unterwegs, was soll ich da noch lernen?

Nun da wurde ich mal wieder eines Besseren belehrt, denn das Buch hilft sehr stark, dass ich mich an das eine oder andere wieder erinnere und auch viel Neues war dabei. Vor allem die Kapitel über Tilt/Shift (Mist, muss ich etwa wieder zu Nikon wechseln? 😉 )

Das Buch insgesamt ist einem sehr leicht zu lesenden Kapiteln geschrieben. Auch die Mischung zwischen Technik und Praxiserfahrung war sehr gut und schön aufgelockert mit tollen Beispielfotos. Vielleicht wäre bei einigen technischen Teilen statt einer Grafik ein Foto besser gewesen. Gut sicher nicht immer möglich und vielleicht auch mit Aufwand verbunden wäre, aber hätte es noch mehr aufgelockert. Ich würde gerne Beispiele nennen, stelle aber fest, dass ich hier mit ein paar Markierungen machen sollen, wo es mir aufgefallen ist. Eines habe ich aber gefunden und zwar die Seite 95 Abb. 5-43. Wie gesagt sicher mit großem Aufwand verbunden.

Auch will ich nicht unerwähnt lassen, dass sich drei kleine Fehler eingeschlichen haben bzw. ich eine Ergänzung habe. Sicher nicht auschlaggebend, aber ich bin manchmal ein Klugscheisser:

Seite 32 Abb. 3-1: Ok, die Tabelle beinhaltet keine absoluten Werte und geben ungefähre Werte an, ich möchte trotzdem ergänzen, dass das Fischauge nicht nur bis 10mm geht, sondern auch bis 16mm gehen kann. Es gibt bei den Superweitwinkel und den Fischaugen eine Überschneidung. Bei Nikon z.B. gibt oder gab es ein 16mm Fisheye und bei Voigtländer gibt es ein 10mm Superweitwinkel. Wohlgemerkt alles basierend auf das 35mm-Format.

Seite 28 und Seite 208: die Maße für Mittelformat sind gerundet, so ist z.B. das 6×6 nicht 60x60mm, sondern 56x56mm oder auch 6×4,5 sind 56x42mm usw.. So ist das digitale Mittelformat mit 54x40mm (Phaseone und Hasselblad) nicht so weit von dem „ursprünglichen“ kleinen Mittelformat (6×4,5) aus der analogen Welt entfernt. (Quelle: Wikipedia)

Nochmals Seite 208: hier ist die übliche Normalbrennweite vom (Micro)Four-Third nicht 20mm, sondern 25mm, wenn man davon ausgeht, dass die Normalbrennweite 50mm beträgt.

So, nun soll es aber mit dem Klugscheissen gewesen sein, denn diese „Fehler“ ändern ja nichts an den Grundaussagen des Buches und seines sehr lehr- und hilfreichen Inhalten.

Und für wen ist das Buch? Eigentlich für alle, die sich mit dem Thema Weitwinkelfotografie auseinander setzen wollen und/oder die, die zwar schon mit <35mm unterwegs sind und sich wundern, warum die Bilder vielleicht etwas langweilig sind. Denn mit wenig Aufwand kann man ohne Bildbearbeitung aus einem guten Bild ein tolles Bild machen, nur nicht hinterher. Denn, wie bei der Fotografie üblich, sollte man sich bei der Gestaltung schon große Mühe geben, dann ist man schneller bei tollen Ergebnissen. Und irgendwann geht das Eine oder Andere eben auch in Fleisch und Blut über. Ich musst bei dem Buch manchmal überlegen: „Wie machst Du das eigentlich“ und konnte feststellen, dass ich es „richtig“ mache.

Als Fazit: absolute Kaufempfehlung, auch für vermeintliche Profis, denn man kann ja auch Kapitel oder Absätze überspringen oder es reicht ein Querlesen.

So und nun werde ich mich mal den “Sieben Todsünden” von Moni widmen…

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