Das neue Leica T-System

Das neue Leica T-System

Nachdem gestern Leica die T rausgebracht hat, habe ich lange überlegt, ob ich auch meinen Senf dazu abgeben soll oder nicht. Denn sie wurde und wird immer noch im Internet heiß diskutiert.

Da ich ja ein bekennender Leica-Fan bin, will ich trotzdem ein paar Gedanken los werden und auch erst jetzt, da ich mangels einer Livebeurteilung, ich aufgrund Bilder, Videos und Blogs versucht habe, mir eine Meinung zu bilden.

[iframe width=“560″ height=“315″ src=“//www.youtube.com/embed/EjWj_JDyZ_k“ frameborder=“0″ allowfullscreen></iframe]

 

[iframe width=“560″ height=“315″ src=“//www.youtube.com/embed/yZ72ENYfGEA?feature=player_embedded“ frameborder=“0″ allowfullscreen></iframe]

 

Ich möchte aber nicht versäumen, vorher zu erwähnen, dass einige Dinge eben auch Spekulationen meinerseits sind. Allerdings ich mir aufgrund meiner bisherigen Leica-Erfahrung einbilde, das Eine oder Andere auch beurteilen zu können. Ich konnte immerhin bisher Erfahrungen mit den Leicas M6, M9, X1, X2 sammeln.

Also was ist das für eine Kamera?

Es handelt sich um ein neues System, was neben der S, M, X, D, C und V eingeführt hat. Es ist eine Kamera mit APS-C Sensor und einem eigenen Bajonett und entsprechenden Objektiven. Sie wird im sogenannten Unibody-Aluminium-Gehäuse gefertigt und in Deutschland produziert. Anfangs wird es ein LEICA SUMMICRON-T 1:2/23 mm ASPH und ein LEICA VARIO-ELMAR-T 1:3,5–5,6/18–56 mm ASPH geben. Für 2015 sind ein Super-Vario-Elmar-T 1: 3,5–4,5/11–23 mm ASPH und ein Leica APO-Vario-Elmar-T 1: 3,5–5,6/55–135 mm ASPH angekündigt und mal sehen was so folgen wird.

Die Kamera wird es in silber und in schwarz für 1.500 € geben, das SUMMICRON für 1.600 € und das VARIO-ELMAR für 1.450 €.

Auch wurde ein umfangreiches Zubehör für die T angekündigt. Als wichtigstes sei hier der Visioflex-Sucher mit integriertem GPS und der Leica M Adapter genannt.

Das soll es mit den Spezifikationen hier gewesen sein, alle anderen technischen Details habt Ihr bestimmt schon hinter den Links entdeckt. 😉

Wenn Ihr Euch die Preise anschaut (die vom Zubehör habe ich Euch erspart) könnt Ihr Euch sicher vorstellen, dass es in den Foren und Blogs heiß her geht. Ja die Leica polarisiert mal wieder. Vorab, ich finde die T nicht so extrem teuer, wie die Vario X.

Jetzt aber mal richtig zur Meinung eines Leica Fanboys.

Wenn man sich die reinen technischen Daten anschaut, dann ist sie mit 16MP, Kontrast AF, keinem Stabi und keiner Sensorreinigung nichts Besonderes, aber wenn man sich ansieht, dass das Unibody-Gehäuse, was einen an Apple erinnert, nach der Fräsung 45 Minuten handpoliert wird, eine Touchbedienung, die richtig durchdacht und offensichtlich sher gut bedienbar erscheint, dann relativiert sich das m.E.n schon. Vor allem, weil sie auch in Deutschland gefertigt wird. Wenn ich da eine Olympus OM-D E-M1 anschaue, die bei Amazon immerhin für 1.499€ angeboten wird, finde ich sie wirklich nicht zu teuer. OK eine Sony A7 ist mit ihrem Vollformatsensor auch auf diesem Niveau.

Die Objektive empfinde ich auch als sehr grenzwertig, vor allem die Zooms sind mit ihrer variablen Blende und nicht gerade  ein Sonderangebot und dafür auch nicht besonders lichtstark. Eines darf man aber nicht vergessen – Achtung Mutmaßung -, dass Leica-Objektive bereits mit Offenblende schon 100% nutzbar sind und man nicht bei dieser, wie es bei vielen Markting Anfangsblenden der Fall ist, von „Charakter“ oder auch von „cremig“ die Rede ist. Hier hat Leica in der Vergangenheit bewiesen, dass sie die besten Objektive bauen. Wenn Ihr mal ein RAW-Bild bei Lightroom über die Objekitvkorrektur laufen lasst, dann wisst Ihr was ich meine. Es ist i.d.R. kein oder nur kaum Unterschied zu sehen 😉

Was die T auch noch auszeichnet, ist das Bedienkonzept. Sie hat nur zwei Knöpfe (Auslöser und Videoknopf), zwei programmierbar Daumenräder, eine seitliche Klappe (USB-Anschluss und Speicherkartenslot), Akkufach mit Lösehebel und ein Stativgewinde. Alles andere wird über das Touch bedient. Und guckt Euch mal auf der Leica-Webseite mal den Nackenriemen an, da wurde bis zu Ende gedacht.

Als ich das mit dem Touch gehört habe, war ich sehr skeptisch, ob das nicht der Bedienung abträglich ist und die T nur eine toll aussehende, aber dafür nicht nutzbare Kamera ist. Nachdem ich das Video gesehen habe, bin ich wild diese Kamera zu testen. Weil hier hat sich Leica m.E.n einiges beim Apple iPhone abgeguckt. Da bin ich echt gespannt.

Die Objektive sollen im übrigen keine Panasonic-Objektive sein, sondern reine Leica-Objektive, die aber wohl nicht in Deutschland produziert werden. Hier sind die Diskussionen heiß, ob es dann wirklich Leica-Objektive sind, wenn sie nicht direkt bei Leica gefertigt werden. Hier bin ich der Meinung, wenn die Entwicklung  der Objektive durch Leica erfolgten, nur bei einem anderen Produzenten nach Leica-Vorgaben gefertigt werden, dann ist es schon ein Leica-Objektiv. Denn ein Apple iPhone/iPad müsste ja dann auch Foxcon iPhone/iPad heißen und wenn ich mir dort die Lieferanten der Bauteile so ansehe, dann könnte da schon fast auch Samsung (teilweise Prozessor und Display) iPhone dranstehen. 😉

Was ist denn so mein vorläufiges Fazit?

Da ich keine eigenen Bilder von der Kamera habe und ich kein Ärger bzgl. Urheberrecht haben möchte, habe ich es nur bei dem Beitragsbild belassen.

Wenn ich mir aber die Bilder und Videos so anschaue, dann hat Leica eine super Kamera mit einem klasse Design rausgebracht. Und ich hoffe, dass mir das ein Livetest bestätigt.

Wenn man sich die reinen technischen Daten ansieht, dann ist sie sicher zu teuer, wenn man sie sich aus Richtung Design, Bedienkonzept und deutscher Fertigung ansieht, dann finde ich den Preis anspruchsvoll aber nicht zu teuer.

Die Objektive finde ich vom Preis her sehr grenzwertig. Wenn man sich aber mal mit hochwertiger Technik und deren Konstruktion und Fertigung beschäftigt, dann ist es so, dass für den letzten Rest Qualität ein ungleich größerer Aufwand betrieben werden muss. Das treibt Preise enorm in die Höhe. Warum kostet z.B. ein z.B. LEICA APO-SUMMICRON-M 1:2/50 mm ASPH 6.000 €? Weil es so ziemlich das perfekteste 50mm Objektiv ist, was es gibt. So etwas „lohnt“ sich aber nur, wenn man mehr aus seinen Bildern macht, als diese in Webauflösung auf Flickr & Co. zu präsentieren.

Also alles im allem eine klasse Kamera. Ob sie für mich in Frage kommt weiß ich nicht. G.A.S hat sich bei mir noch nicht eingestellt. Aber mal schauen, was sich da regt, wenn ich die Kamera das erste Mal in der Hand hatte.

So ich denke, das soll es erstmal mit meiner Meinung gewesen sein und viel Spass beim Diskutieren 😉