Mein Amsterdam

Mein Amsterdam

In 2016 war ich irgendwie achtmal in Amsterdam. Gott sei Dank immer privat, sodass ich diese Stadt geniessen konnte.
Es war immer ein Wochenende oder ein verlängertes Wochenende. Ich habe überlegt wie soll ich meine Erlebnisse und Erfahrungen niederschreiben, weil ich zwar hier gesagt habe, dass ich mal von der einen oder anderen Reise berichten will. Nur bin ich kein Reiseblogger und habe mir natürlich keinerlei Notizen von Hotels, Kneipen usw. gemacht und es im Nachhinein sehr schwer ist alles so nachzuvollziehen. Aber ich will dann mal einigermaßen strukturiert loslegen.

Anfahrt und Parken:
Ich bin bis auf einmal immer mit dem Auto gefahren, was von Bremerhaven aus i.d.R. recht entspannt geht, da ich erst Landstraße und dann Autobahn gefahren bin. Die Autobahnen in den Niederlanden sind meist entspannt zu fahren. Nur je nach Tageszeit ist manchmal um Groningen Verkehr und nach Amsterdam rein. Letzteres hatte ich nur die ersten beiden Male gemacht, aber parken innerhalb des Stadtrings ist einfach mit 35-45€ pro Tag zu teuer. Falsch parken wird meist mit einer Parkkralle und hohen Strafen quittiert. Durch einen Bekannten bin ich dann auf Diemen gekommen, wo u.a. auch kostenlos P+R-Parkplätze angeboten werden. Hier mal eine Adresse für das Navi:

Diemen Zuid
Diemerdreef 2
1112 CK Diemen
Niederlande

Wie gesagt, derzeit noch kostenlos, ob es so bleibt sei mal dahingestellt. Ich hab allerdings gelesen, dass andere P+R Parkplätze auch nich so teuer sind.

Dieser Parkplatz ist direkt an einer Metrostation, wo man dann für 2,90€ nach Amsterdam Centraal-Station fahren kann.
Einmal bin ich mit Fernbus nach Amsterdam gefahren, muss aber sagen, dass es zwar sehr günstig ist und man sich das Autofahren spart, allerdings kann es auch nervig sein. Auf der Hinfahrt waren ein paar Proleten im Bus, die der Meinung waren, sie sind alleine und die Rückfahrt ging mit deutlicher Verspätung los, sodass ich mit vier Stunden Verspätung in Bremen angekommen bin.

Öffentliche Verkehrsmittel:
Noch ein Grund warum es sich nicht lohnt nach Amsterdam mit dem Auto reinzufahren, sind die guten öffentlichen Verkehrsmittel. Das Auto bleibt eh dort stehen, wo man es (teuer) abgestellt hat, denn Auto fahren lohnt sich nicht, weil Parkplätze findet man eh nicht und der Verkehr ist für einen Provinzler eine Herausvorderung. Radfahrer haben immer Vorfahrt, auch wenn die Straßenverkehrsordnung was anders sagt, in Amsterdam gilt das nicht 😉
Daher lohnt es sich, gleich eine Karte zu kaufen, die man mit einem Guthaben aufladen kann. Beim Einsteigen hält man es vor den Automaten (ja die Holländer haben es mit NFC verstanden) und beim Aussteigen hält man die Karte wieder davor. Es wird dann die Fahrt belastet. Wenn man innerhalb von 30 Minuten wieder fährt, wird ein Umsteigertarif abgerechnet. Wenn man beim Aussteigen vergisst die Karte vorzuhalten, dann ist diese glaube ich mit 8€ belastet. Aber insgesamt ist man entweder zu Fuss unterwegs oder mit ÖPNV. Wenn man mal Taxi fahren will oder muss, bitte darauf drängen, dass das Taxameter eingeschaltet wird, weil man sonst abgezockt wird. Aber auch mit Taxameter hat man den Eindruck 😉

Unterkunft:
Anfangs hatte ich im Hotel übernachtet, nachher Gott sei Dank privat. Hotelempfehlungen kann ich keine richtigen aussprechen, weil sich je nach Veranstaltung das Preis-/Leistungsverhältnis verschieben kann. Ein Hotel, was an einem Wochenende günstig war, kann an einem anderen sehr teuer sein. Vermeintlich günstige können aber auch sehr teuer sein, weil es Absteigen sind. Wenn Ihr eine Tour plant und das eine oder andere Hotel ins Auge gefasst habt, dann fragt mich ruhig, vielleicht kann ich dann was dazu sagen. Zumindest zu der Gegend.
Die Hotels habe ich entweder mit HRS oder booking.com rausgesucht. Man kann zwar auch Hostels nehmen, die aber nur dann günstiger sind, wenn man Mehrbettzimmer bucht. Doppelzimmer sind mindestens genauso teuer, wie ein Hotel. Insgesamt sind die Übernachtungsmöglichkeiten im Zentrum von Amsterdam recht „anspruchsvoll“.
Achja, Frühstück muss man nicht immer mitbuchen, denn man kann eigentlich überall frühstücken. Entweder das Schnelle auf die Faust von Albert Heijn oder Backery. Einen Coffeshop sollte man nicht nehmen, es sei denn man möchte das Gebäck mit Marihuana 😉

Kneipen-/Nachtleben:
Auch hier kann ich keine generellen Tipps abgeben, nur dass ich selten enttäuscht wurde. Das Personal ist eigentlich immer gut gelaunt und sehr aufmerksam und auch beim Essen wurden wir selten enttäuscht. Auch hier kann ich anbieten, dass ihr bei Bedarf einfach mal fragt.
Aber auch tagsüber kann man an jeder Ecke ein kleines Bierchen bekommen und auch bei kaltem Wetter kann man unter Heizsonnen sein Bierchen genießen. Im übrigen mag ich die Niederländischen Biere sehr gerne. Ok kommen vielleicht nicht so ganz an die Prager Bier ran.
Was ich Amsterdam auch sehr gut finde, nicht nur dass in der Innenstadt immer mal Pissoirs sind, nein Abends werden auch noch welche aus dem Boden hochgefahren, wo man als Mann seine Notdurft verrichten kann, anstatt in die Ecke zu pullern. Für die Frauen ist insofern gesorgt, dass man sich in keinem Restaurant oder Kneipe dafür entschuldigen muss, dass man die Toilette benutzen kann. Bezahlung meist negativ.

Shopping:
Da kann ich sehr wenig zu sagen, da ich kein Shopping-Typ bin, nur, dass Amsterdam immer voll ist und auch die Geschäfte Sonn- und Feiertags geöffnet haben. Also Partner in der Shoppingmeile „entlassen“ und an die nächste Ecke nen Bierchen trinken und die Leute beobachten.

Museen und Freitzeit:
Auch kulturell wird in Amsterdam einiges geboten und ich kann gar nicht alles aufzählen, aber zumindest wo wir waren, kann ich empfehlen:

Bolsmuseum: alles um Schnaps


Heinekenmuseum: alles um Bier. Achtung beim Kauf von Klamotten, es waren zu diesem Zeitpunkt eher italienische Schnitte, d.h. selbst XXL saß bei mir eher tailliert. Also in Amsterdam noch anprobieren. Ein Tausch auch hinterher ist überhaupt kein Problem. In meinem Fall mit Geld zurück.


Amsterdammuseum: naja sagt der Name schon und sehr interessant


EYE Filmmuseum: hier muss man an der Centraal-Station auf die andere Seite mit der Fähre wechseln


van Gogh-Museum: habe ich noch nicht geschafft, soll aber sehr interessant sein, auch für Fotografen


Ansonsten kann ich auch den Vondelpark empfehlen. Hier kann man schön die Seele baumeln lassen und mittendrin ist auch ein Veranstaltungszentrum, wo immer mal wieder Live-Events sind. Sehr entspannend.

Ausflüge:
Da waren wir nur einmal außerhalb von Amsterdam in Zaanse Schans, was bei schöne Wetter richtig schön und erholsam ist. Hier kann man schön spazieren gehen, sich Windmühlen und traditionelle Häuser ansehen.

Veranstaltungen:
Man kann immer nach Amsterdam fahren, es gibt glaube ich kein Wochenende, wo nicht irgendeine Veranstaltung ist. Daher ist auch immer was los in Amsterdam. Ob es Kingsday ist oder Bloemchenmarkt, Tulpenfest, Gay-Pride (hier feiert ganz Amsterdam, da sind bei Diesel u.a. zwei männliche Schaufensterpuppen, die sich die Hand halten oder bei Albert Heijn „to go“ heisst dann „to Gay“ und das Personal trägt ausnahmslos entsprechende T-Shirts). Auch das Lightsfestival, was zwischen November und Februar Amsterdam mit Lichtinstallationen von internationalen Künstlern bereichert ist sehenswert. Vor allem vom Wasser aus. In der Weihnachtszeit gibt es keine Weihnachtsmärkte wie wir sie kennen. Lediglich bei Museum-Plejn ist eine Schlittschuhbahn aufgebaut und drumherum ein Weihnachtsmarkt, wo man auch mal einen Glühwein erhält.

Marihuana:
Da ich selber Nichtraucher bin und so ein Zeug auch nicht rauche, kann ich da nur wenig Tipps geben. Es ist ja in den sogenannten „Coffeeshops“ erlaubt Marihuana zu konsumieren, aber Achtung, da es legal ist, ist die Qualität sehr gut und auch nicht gestreckt. Vor allem Amerikaner kommen schnell an ihre Grenzen. Da vor allem im Sommer die Türen immer offen stehen, riecht man überall in Amsterdam den süßlichen Duft von Marihuana. Nach ein bis zwei Tagen hat man sich aber daran gewöhnt.

Redlight Distrikt:
Auch, wenn man die Dienste nicht in Anspruch nehmen möchte, ist er ein Besuch wert, aber bitte aus Respekt vor den Damen keine Fotos!

Homosexuallität:
Auch hier ist Amsterdam m.E.n. eine Hochburg. Ich glaube, es gibt keine Stadt, die toleranter ist, wie Amsterdam. In Amsterdam wurde im übrigen das erste homosexuelle Paar getraut und hier heisst es auch „verheiratet“ und nicht wie in Deutschland „verpartnert“! Wie oben beschrieben macht die ganze Stadt bei Gay-Veranstaltungen mit. Egal ob Hetro oder Homesexuell. Aber Achtung für die, die aus einer Provinz kommen, bei z.B. der Gaypride bekommt man schon ziemlich schillernde Gestalten zu sehen. Auch sieht man recht häufig die Regenbogenfarbene Flagge vor der einen oder anderen Kneipe. Wenn hier ein ein paar Tipps benötigt, kann mich gerne anschreiben.

Fotografie:
Was soll ich dazu schreiben. Für Streetphotographen sicher spannend, aber auch für die Urban-Exploration-Photographen sehr interessant. Ob auch für Architektur kann ich mangels Ahnung wenig sagen, außer, dass da für mich schon sehr interessante Bauwerke stehen. Ich denke, dass es auch interessant sein könnte, mit Models dort hinzufahren, da es einige schöne Hotspots gibt. Nur meist voll. Bis auf meinen ersten Besuch zum Jahreswechsel 2015/2016 habe ich meine Leica M 262 oder 246 dabei gehabt und auch immer nur ein Objektiv. Akku habe ich übers Wochenende nicht leer bekommen und die Speicherkarte (32GB) nicht voll. Der Grund, warum ich nicht alle meine Linsen mitgenommen habe, ich habe nebenbei fotografiert und wollte keinen Stress aufkommen lassen: „Oh welches Objektiv und welche Kamera ist jetzt die Richtige?“ „Ach Mist, verpasst“. Nein mit nur einer Kamera und einem Objektiv schult man sein Blick für die Motive, die damit möglich sind und wenn man seinen Kopf davon freimacht, was man alles verpasst haben könnte, ist es super entspannend und man kommt auch mit keinem vermeintlich verpassten Motiv nach Hause. Probiert es mal.

Also insgesamt muss ich sagen, ist Amsterdam eine sehr schöne Stadt, die Amsterdamer sind meist sehr entspannt und können auch immer Englisch. Mir ist auch aufgefallen, dass sie deutlich weiter sind, als wir Deutschen. Die Mitarbeiter, die arbeiten müssen, fügen sich ihrem Schicksal und sind meist gut gelaunt und sehr freundlich und so geht der Arbeitstag eben schneller und entspannter zu Ende.
Auf Radfahrer muss man auch als Fußgänger aufpassen, denn Rücksicht kennen die nicht und man wird zur Seite geklingelt, aber selten unfreundlich oder aggressiv.


Bargeld benötigt man selten, da man überall mindestens mit EC zahlen kann, egal welcher Betrag. Und auch überall kontaktlos, sofern die Karte das unterstütz. Wenn man ein Niederländisches Konto hat, kann man sich auch einen Betrag von 20€ freischalten lassen, wo man keinen PIN benötigt, sondern einfach vor das Gerät hält. Finde ich sehr gut. Sporadisch oder bei höheren Summen muss man den PIN eingeben.
Was ich auch interessant finde, es wird immer auf- oder abgerundet. 1 oder 2 Cent Stücke gibt´s da im Prinzip nicht.


Apropos Geld, da benötigt man schon recht viel. Für ein verlängertes Wochenende mit Hotel und Verpflegung kann man schon eine Woche Kos all incl. buchen. Wenn man sich die Mieten und Immobilienpreise so ansieht, dann ist Amsterdam kein Schnäppchen.
Puh, ich könnte noch soviel schreiben und Ihr könnt meine Begeisterung von Amsterdam merken und der der schonmal da war vielleicht auch verstehen.
Mal sehen, wie häufig ich in diesem Jahr dort hinfahre, wobei ich mir eigentlich schon ein paar andere Ziele gesetzt habe, denn Europa hat noch ein paar andere schöne Ecken.

 

„Du bist ja immer nur unterwegs“

„Du bist ja immer nur unterwegs“

Diese Frage höre ich in letzter Zeit öfter. Der Hintergrund ist, dass die Bilder, die ich über Instagram poste und auch über TwitterTumblr und Facebook verteilt werden mit Geotags versehen sind. Dadurch entsteht der Eindruck, dass ich zu dem Zeitpunkt an dem Ort bin.

Das ist aber ein „Fake“, denn ich habe es gerne, wenn die Bilder mit GPS-Daten versehen sind und ich sehen kann, wo ich überall war.

Durch die o.g. Fragen, möchte ich mal meinen „Workflow“ aufzeigen, wie ich die Bilder, die ich nicht mit dem iPhone oder der SL schieße nachträglich mit den Daten versehen. Da ich kein Lightroom verwende, muss ich leider einen Schritt (ist es wirklich ein Schritt?) mehr tun bzw. außerhalb meines RAW-Converters.

Ich verwende ja Capture One Pro, welches zwar (noch) kein Kartenmodul hat, aber die Geo-Daten in den Exif anzeigt und auf Klick auf Maps geht.

Auf dem iPhone habe ich GeotagPhotos, was den Vorteil hat, dass es wenig Strom verbraucht und ich auch die Uhrzeit mit Sekunden angezeigt bekomme, d.h. ich kann die Uhrzeit der Kamera mit der App abgleichen. Ferner kann ich auch noch einstellen, wie oft getagt werden soll. Ich habe genau eingestellt, was zwar mehr Strom verbraucht, aber mit dem iPhone 6/6s komme ich über den Tag, beim SE brauche ich evtl. eine Powerbank, je nachdem, was ich noch so nebenbei mit dem iPhone mache.

Wenn ich die Aufzeichnung stoppe, wird automatisch eine GPX-Datei zum eigenen Dienst hochgeladen oder man kann auch die Dropbox oder iCloud-Drive (verwende ich) auswählen. Es wir diese Datei immer aktuallisiert, solange ich keine neue Route anlege.

Wenn ich dann zu Hause bin, lade ich als erstes die Bilder in Capture One. Irgendwann öffne ich dann myTracks und ziehe mir die GPX-Daten aus der iCloud-Drive und die Bilder aus dem Finder dort rein.

Dann kann ich kontrollieren, ob es einigermaßen passt und dann die Route mit den Bildern „verbinden“. Kurz danach werden die Koordinaten in Capture One Pro angezeigt.

Ich glaube, der einzige Unterschied zu Lightroom ist, dass ich einmal aus Capture One rausmuss, aber ich glaube der Aufwand im Kartenmodul ist ähnlich.

So und wisst Ihr, dass ich zwar mal an dem Ort, wo das Bild entstanden ist war, aber es muss nicht aktuell sein, aber es kann. Ich denke, die Verwirrung bleibt und das ist auch gut so 😉

 

Die Leica im Urlaub

Die Leica im Urlaub

Wie Ihr vielleicht wisst, war ich ja vor Kurzem für zwei Wochen in Brasilien im Urlaub. Ich wollte eigentlich einen Urlaubsbericht mit meinen Erfahrungen mit der Leica schreiben. Wenn ich mir aber die Bilder so ansehe und auch so meine Eindrücke Revue passieren lasse, werde ich es aufteilen. Erstmal mit der technischen Erfahrung anfangen und dann auf das tolle Land eingehen. Es würde sonst zu umfangreich werden. Daher habe ich auch nur ein paar Bilder eingefügt.

Außerdem finde ich, dass mein Erfahrungen mit der Leica im Urlaub es auch wert sind, dass ich sie gesondert niederschreibe.

Wem ist es aufgefallen, ich schreibe bewusst Urlaub und nicht Reisen. Der Grund ist, dass für mich Reisen im Zusammenhang mit der Fotografie steht. Wenn ich reise, dann eher mit dem Ziel Fotos zu machen, bestenfalls mit Seinesgleichen ohne Rücksicht auf Familie. Urlaub und Fotos stehen zwar auch im Zusammenhang, aber für mich ist da die Gewichtung eine andere. Im Urlaub liegt der Fokus mehr die Gemeinsamkeit mit der Familie. D.h. ich muss und will da mehr Rücksicht nehmen. Was aber bedeutet, dass ich oft nicht soviel Zeit habe mich um das Motiv zu kümmern. Die Bilder haben dann einen eher dokumentarischen Charakter mit Erinnerungswert. Es sind dann zwar nicht schlechte Bilder, aber ich sehe ihnen an, dass ich das eine oder anderem Mal schon gerne etwas mehr Zeit gehabt hätte.

Wie hat sich denn unter diese Gesichtspunkten die Leica geschlagen? Nach anfänglichen Schwierigkeiten ganz gut. Ich habe gemerkt, dass man eben mit einer neuen Kamera schon deutlich mehr vorher trainieren sollte, damit wirklich alles in Fleisch und Blut übergeht. Aber Gott sei Dank habe ich ja vor allem in letzter Zeit Erfahrungen sammeln können, mit neuen Equipment schnell umzugehen. 😉

Anfangs hatte ich damit zu kämpfen, dass sie immer leicht unterbelichtet, was der Belichtungsmessung anzukreiden ist. Da ich schnell dahinter gekommen bin, dass ich fest eine ⅔ Blende überbelichten muss, habe ich mich nicht auf Experimente mit den anderen Messmethoden eingelassen. Man muss dazu sagen, dass es in Brasilien extrem hell ist und es von überall her hell zurückreflektiert. Auch wenn es vermeintlich etwas dunkler ist. Leider hatte ich keine andere Kamera dabei, um zu gucken, wie diese sich schlägt. Das iPhone hat es allerdings ganz gut hinbekommen.

Ich hatte meistens das 28mm Objektiv drauf, manchmal das 50er aber nie das 90er. Anfangs hätte ich mir eher das 35er gewünscht, aber nach der ersten Sichtung der Bilder, war das 28er ein guter Kompromiss zwischen dem 35er und einem UWW, wie 24 oder 21mm.

Was gut geklappt hat, war die Scharfstellung mit dem Messsucher. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich meist zwischen Blende 5.6 und 11 fotografiert habe, da es ja meist eher Landschaft war.

Die kompakte Form der Leica war richtig gut. Ich hatte eine kleine Tasche, die mal ursprünglich für mein erstes iPad gekauft hatte und hier fand die Leica im Hauptfach und einem weiteren eingewickelten Objektiv genügend Platz. Ferner noch meine Brieftasche und ein Übersetzer. Achja und Zusatzakku und Speicherkarte. Der Akku der Leica hält echt lange. Alle drei Tage habe ich vorsichtshalber bei ca. 35% getauscht. Hier liegt die Stärke, wie bei einer DSLR, da kein Liveview Strom frisst. Denn den Liveview konnte man auch eher nicht nutzen, da man das Fokuspeaking nicht in der hellen Sonne sehen konnte. Den EVF habe ich natürlich nie dabei 😉

Im Vergleich zu einer OM-D ist die Leica schon schwerer, im Vgl. zu einer Vollformat-DSLR leichter.

So, was hat mich denn unter dem Gesichtspunkt „Urlaubskamera“ gestört?

  • manchmal hat mir der Autofokus, am Besten mit Gesichtserkennung, gefehlt. Einfach mal Kamera hochhalten bzw. aus der Hüfte schießen, war nur schwer möglich
  • jemandem die Kamera in die Hand drücken: „mach mal ein Foto von uns“, klappte eher nicht, denn das Scharfstellen bekommt ein Laie nicht bzw. selten hin. „Wenn ich Dein Gesicht im Mischbild übereinander habe, dann sehe ich im Hintergrund aber zwei statt einer Palme“ 😉
  • manchmal hätte ich mir schon ein Zoom gewünscht

Was zeichnet diese Kamera denn als Reisekamera aus?

  • im Vgl. zu einer Vollformat-DSLR leichter und kompakter – auch die Objektive
  • durch fehlen des AF befasst man sich mehr mit dem Motiv
  • Toller heller Sucher
  • robust
  • da kein Sucher oben drauf, schnell aus einer Tasche gezogen und wieder weggesteckt

Wenn ich die Wahl hätte, würde ich die Leica wieder mit in den Urlaub nehmen? Zurückblickend auf meine Erfahrungen mit der OM-D in Kopenhagen und der D750 in Prag und diversen Ausflügen mit Begleitung muss ich ehrlich sagen, dass eine OM-D für mich die richtige Urlaubskamera wäre. Diese hat eigentlich nur den Nachteil, dass der Akkuverbrauch sehr hoch ist und dass ihr vielleicht aufgrund des kleinen Sensors vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen die Puste ausgehen könnte. Ich denke auch, dass man den Bildern aus einem Urlaub nicht unbedingt ansieht, ob diese mit einer Leica, DSLR oder einer OM-D entstanden sind, wenn man mal das Format außen vor lässt.

Wenn ich die Wahl hätte, dann würde ich allerdings für den Urlaub eine OM-D vorziehen.