Immer wieder Kameragurte

Immer wieder Kameragurte

Ich glaube bei Fotografen ist neben der Suche nach der richtigen Tasche, die Suche nach dem richtigen Gurt die wichtigste Sache, wenn es um Zubehör für die geliebten Kameras geht. So ist es zumindest bei mir und wenn ich mich mit anderen Fotografen unterhalten scheint es dort ähnlich zu sein.

Aber was macht es so schwierig. Eigentlich nichts, man kann schliesslich den beiliegenden Gurt meist gut verwenden, wenn es nicht stört, dass man dann auch Werbung für die Kameramarke läuft und man den Gurt entweder um den Hals, über die Schulter oder um das Handgelenk gewickelt tragen möchte. Mit allen drei Versionen habe ich so meine Probleme:

  1. Um den Hals hat den Nachteil, dass es nicht nur wie ein Touri aussieht, sondern die Kamera auch schnell das Baumeln anfängt, wenn man sie loslässt
  2. Über die Schulter hat den Nachteil, dass der Gurt häufig runterrutscht
  3. Um das Handgelenk ist meist einfach nur nervig, vor allem wenn der Gurt breit und steif ist

Ich selber trage die Kamera am Liebsten diagonal, wenn ich z.B. auf Reisen bin und zwischendurch mal fotografiere oder mit einer Schlaufe am Handgelenk, wenn ich Hauptsächlich fotografiere. Das hat den Nachteil, wenn ich den Gurt befestige, wie normal es üblich ist, dass man nicht „mal eben schnell“ zwischen den beiden Varianten wechseln kann. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, wie z.B. Blackrapid, Peak Design und Miggö, um ein paar zu nennen. Als ich noch mit DSLR fotografierte, war erst der Blackrapid und dann Peakdesign meine erst Wahl, weil vor allem letztere ein tollen System hat. Bei der DSLR habe ich auch gerne mit einer Handschlaufe gearbeitet.

Seitdem ich mit der Leica fotografiere, hat sich die Befestigung am Stativgewinde nicht bewährt, weil man zuviel rumtüddeln muss, wenn man den Akku oder Speicherkarte wechseln möchte.

Auf der Photokina 2016 habe ich bei Compagnon einen Ledergurt gewonnen, der lang und glatt genug ist, dass man ihn als Diagonalgurt verwenden kann. Leider ohne die Möglichkeit schnell zu wechseln. Da ich mir mal vor Jahren einen Gurt von Eddycam gegönnt habe, habe ich erstmal die Schnellverschlüsse von denen probiert, die allerdings den Nachteil haben, dass die ziemlich eng am Gehäuse der Leica liegen und immer einen gewissen Hebel auf die Ösen ausüben.

So bin ich wieder bei Peak Design gelandet. Zwar nicht schön, aber sehr praktisch. Die Nupsis an einen kleinen Schlüsselring an den Ösen der Leica und die Gegenstücke am Compagnon-Gurt. Wenn ich den Gurt nicht benötige, dann kommt dieser ab und die Eddicam Handschlaufe einfach in den Schlüsselring.

Alles in allem praktisch, aber nicht schön, denn der Gurt ist nicht Komplettleder und das Peak Design Geraffel ist nunmal nicht schick. Und dann bin ich auf Jörg Langer aufmerksam geworden, der auch noch unter Taschenfreak, Stativfreak und Gurtfreak zu finden ist. Bei seinem weiteren Blog (wie macht der das nur?) bin ich dann auf sein Gurtprojekt aufmerksam geworden, denn Jörg hat ein ähnliches „Problem“ wie ich. Auf seiner Facebook-Seite habe ich dann mal mein Interesse gekundet.

Irgendwann kam Jörg auf mich zu, ob ich mal für ihn einen Beta-Test für den Gurt machen möchte, was ich natürlich nicht abgelehnt habe. Für sowas bin ich ja immer zu haben. Feedback hat er schon von mir erhalten und ich gehe mal von seinem Einverständnis aus, dass ich hier auch mal was kundtue.

Ich denke, auf die Einzelheiten der Gurte, bzw. Handschlaufen gehe ich nicht so ein, denn die technischen Daten könnt Ihr auch bei ihm nachlesen. 

Schön ist, dass das Leder komplett ist und nicht das letzte Stück mit einem Autogurt versehen wurde. Der Gurt und die Nähte sind schön verarbeitet. Anfangs noch etwas steif wird das Leder mit dem Gebrauch immer weicher. Auch ist die Innenseite noch etwas rau und stumpf, allerdings wird es nach kurzer Zeit glatter, sodass er schön über die Schulter gleitet. Ich habe auch noch mit dem Lederfett von Compagnon nachgeholfen.

Was ich nicht so Schick finde, sind die recht großen Schlüsselringe. Wenn ich kleinere verwende, dann passt leider die Länge des Kantenschutz nicht mehr und macht eine kleine Beule. Das ist zwar für die Funktion unerheblich, aber sieht doof aus. Man könnte aber kleinere Ringe bei der Produktion berücksichtigen, was aber keinen Sinn ergibt. Die großen Ringe sind notwendig, damit das Verhaken der Ringe in dem Schlitz zur Durchführung verringert wird. das Verhaken macht sich schnell bemerkbar, wenn man die Kamera am Gurt hochhebt. Hier habe ich den Fehler gemacht, dass ich auf der einen Seite den Schlitz verlängert habe, weil er zu eng war. Leider zu weit verlängert, sodass der Schlitz etwas instabil wurde. Mein Fehler.

Den Gurt abzunehmen und dann eine eine andere Kamera dranzumachen funktioniert tadellos – so soll es sein. Also die erste Etappe mit Bravour gemeistert.

Kürzlich kam dann die Handschlaufe raus und hier hatte ich auch um eines gebeten und auch schnell erhalten. Das Prinzip ist das selbe und der Wechsel zwischen Gurt und Handschlaufe klappt tadellos. Ich war gestern dann mal mit der Leica und der Handschlaufe unterwegs und hier konnte sich meine Begeisterung im Vergleich zum Eddycam-Sling nicht so auftun. OK, das Leder wird und wurde weicher. Das ist eine nunmal eine Eigenart von Leder, dass es erstmal etwas härter ist, aber dann schön anschmiegsam und weich, außer man nimmt den fast 100€ teureren Eddycam-Sling aus Elchleder. 😉 Was mich aber bei der Schlaufe etwwas gestört hat, dass er für mich zu lang und auch für mich die Schlaufe zu groß ist. Einfach die Kamera am Handgelenk baumeln lassen ist nicht. Nun ich habe eher kleine Hände und Handgelenke, bei größeren Händen und Gelenke mag es besser passen. Die Schlaufen hat sich nunmal Jörg gemacht und wer ihn kennt weiss, dass die bei ihm passen 😉

Mein Fazit:
Den Gurt mag ich sehr, weil er sehr praktisch, handlich ist und auch schick anzusehen ist. Die Handschlaufe ist auch soweit ok, passt mir aber nicht ganz.

Werde ich das System weiter nutzen? Nein ich denke nicht, denn in der Summe der Eigenschaften (die Optik außen vor) passt für mich die Kombination Peak Design mit Compagnon-Gurt und Eddicam-Sling besser. Aber wie ich mich kenne wechsle ich eh immer mal zwichendurch 😉

Ein bisschen Taschenporn

Ein bisschen Taschenporn

Letztens auf Twitter hatten wir das Thema Fotografen und ihr Taschenfetisch. Aber das ist doch normal, weil es ja die perfekte Tasche nunmal nicht gibt. Entweder zu klein, zu groß, zu unbequem usw.. Wobei man aber auch sagen muss, dass es ja unterschiedliche Situationen gibt und daher muss man nunmal auch unterschiedliche Taschen haben.

So habe ich auch mehrere, muss aber sagen, dass ich wohl meine fast perfekte gefunden habe. Ich hatte ja schonmal über meine Compagnon geschrieben und nach einem fast halben Jahr will ich mal ein kleines Fazit ziehen.

Ach Quatsch, eigentlich will ich nur zeigen, was man in so einer kleinen Tasche alles rein bekommt, wenn man eine kleine Kameraausrüstung hat. Nein und zu diesem Thema, welche ich gerade verwende, sage ich erstmal nichts mehr 😉

Nun ich habe ja die kleinere Compagnon (Little Messenger) und muss mich selber wundern, was man da alles tragbar reinbekommt. Wiegen konnte ich es nicht, weil meine Waage leider nicht reagiert. Die ist eben eher schweres gewohnt ;).

Allerdings musste ich bei der Inneneinteilung etwas kreativ werden, da von Haus aus zu wenig Teiler dabei sind und die kleinen Olympus-Objektive entweder zuviel Platz verbrauchen oder wenn zwei in einem Fach sind, diese aneinanderreiben. Daher habe ich in meiner Tüte mit übrig geblieben Teilern gestöbert und entsprechend eine neue Einteilung vorgenommen.

Was ist denn nun alles da drin?

  • Olympus OM-D E-M1 mit angesetztem m.Zuiko 12-40mm f2.8
  • Olympus OM-D E-M5 II mit angesetztem m.Zuiko 12mm f2 und Griff
  • Olympus m.Zuiko 17mm f1.8
  • Olympus mZuiko 25mm f1.8
  • Olympus m.Zuiko 45mm f1.8
  • Olympus m.Zuiko 14-150mm f4.0-5.6
  • die beiden Body Cap Lenses 9mm f8 Fisheye und 15mm f8
  • Ladegerät
  • Blitz der E-M5 II
  • drei Zusatzakkus
  • USB Kabel und Adapter für das iPad
  • Trigger Trab
  • und noch so Zeug zum Sauber machen
  • Graukarte
  • Objektivdeckel

Als Gurte und Kameraplatte habe ich mich für die Klamotten von Peak Design entschieden. Die Kameraplatten sind ganz cool weil ich mit dem Capture Clip, der am Gurt der Compagnon befestigt ist, die Kamera reinhängen kann und somit die Hände frei habe.

Im übrigen habe ich bei den meisten Linsen keine Deckel drauf (aber dabei, falls ich die Objekive mal anderweitig transportieren muss. Die Deckel habe ich i.d.R. nicht drauf, da die Objektive mit Streulichtblende umgekehrt in der Tasche stecken und daher nichts an die Frontlinse kommen kann. Und einen Schutzfilter verwende ich auch nicht.

Was cool wäre, wenn es von Comapgnon noch eine habe Nummer größer geben würde, wo man auch noch ein 12″ MacBook reinbekommen würde. Die Messenger ist (mir) deutlich zu groß. Hier soll es aber evtl. dieses Jahr noch was rauskommen. Ich bin da mal gespannt.

Die Bilder sind im übrigen mit dem iPhone 6 Plus entstanden und mit Capture One leicht bearbeitet worden.

Also daher meine Bitte oder auch Wünsche an die Jungs von Compagnon, noch ein paar mehr Teiler (kann auch gegen einen kleinen Aufpreis sein) und insgesamt etwas größer, damit da noch ein 12″ MacBook oder 11,6″ MacBook Air reinpasst und vielleicht noch ein 7-14mm f/2.8 und ein 75mm f/1.8 😉

So das war denn mal ein kleiner Taschenporn oder eher Taschenstripp?