Meine Leica T

Meine Leica T

Nachdem ich mir doch eine Leica T gegönnt habe, bin ich heute  mal mit ihr unterwegs gewesen. Vorab will ich aber nicht versäumen zu sagen, dass ich mich an die Regel, dass man Mittags nicht fotografieren sollte, nicht gehalten habe. Der Grund war u.a. dass ich ein krasse Schwarz-Weißumwandlung im Hinterkopf hatte. Ihr könnt ja mal Eure Meinung dazu sagen.

Wie sind meine Erfahrungen mit der T? Nunja erstmal will ich etwas meine Enttäuschung über das 18-56mm Objektiv Luft lassen. Nene, nicht weil es mit f/3.5-5.6 recht lichtschwach ist, das wusste ich ja vorher, sondern weil es in der 18mm Stellung ganz gewaltig tonnenförmig verzeichnet. Das hätte ich von einem Objektiv, was regulär 1.500€ kostet und vor allem nicht von Leica gedacht. Ich weiß zwar, dass auch Leica mittlerweile Korrekturen kameraseitig vornimmt, allerdings nur in Bezug auf z.B. Moiré oder bei der Leica M bei extremen Weitwinkelobjektiven, um die lila Ecken in den Griff zu bekommen.

Das erste Bild habe ich mit Capture One entwickelt. C1 kann komischer Weise keine (auch nicht manuell) Objektivkorrekturen bei der Leica. Das zweite Bild ist mit Lightroom entwickelt, ohne dass ich die Korrektur explizit eingeschaltet habe. Man sieht hier eben die Zusammenarbeit von Adobe und Leica.

Krass gell?

Nun aber weiter:

Die Kamera ist ja aus einem Block Aluminium gefräst, poliert und in meinem Fall schwarz. Auch wenn es ein Designbruch ist, habe ich sie mit dem Aufstecksucher. Obwohl ich sagen muss, dass das rückwärtige Display auch bei Sonnenschein gut zu betrachten und zu beurteilen ist. Das habe ich bisher noch bei keiner anderen Kamera gesehen. Den Sucher hätte ich eigentlich heute nicht benötigt. Die Sonne was ziemlich fies. Aber der Sucher hat noch einen Grund, er hat GPS an Bord und das ist Klasse. Ok in der Kamera wäre besser, das ist aber eben dem Design geschuldet, Metall und GPS-Antenne passen nicht. Vor allem, weil diese auch eher oben sein sollte. Seitlich hinter dem Kunststoffdeckel ist die Wifi-Antenne. Im Übrigen das einzige Kunststoffteil. Selbst die Blitzschuhabdeckung ist bei der Leica aus Alu.

Entgegen einigen Testberichten einiger Zeitschriften, liegt die Leica T sehr gut in meiner Hand. Der Griff ist wohlgeformt, sodass meine rechte Hand diesen gut umschließt. Hier sollten die Tester vielleicht mal darauf hinweisen, dass es unterschiedliche Hände gibt. Meine sind recht klein und daher passt es bei mir. Bei jemand anderem mag es anders sein muss aber nicht. Sie liegt mir besser in der Hand, als die Nikon Df. Liegt aber auch mit am Gewicht.

Das Aluminium hat aber bei dieser Witterung ein entscheidenen Nachteil. Es ist saukalt. Hier hoffe ich, dass man bei deutlichen Minustemperaturen mit eine Triefnase nicht am Gehäuse kleben bleibt 😉 . Ich gehe aber davon aus, dass man die Leica auch gut mit Handschuhen bedienen lässt, solange sie nicht zu dick sind und sie kapazitive Touchscreens unterstützen. Die beiden Rädchen auf der Rückseite könnten etwas weiter überstehen, damit man sie auch mit dickeren Handschuhen bedienen kann. Ich hatte keine dabei, daher kann ich nur mutmaßen.

Als ein „Kind“ der Smartphonegeneration komme ich sehr gut mit der Bedienung der Leica T klar. Der Touch ist sehr gut zu händeln. Ich habe mir mein Menü innerhalb kurzer Zeit zusammengebaut. Hier sind dann die wichtigsten Dinge hinterlegt. In der Praxis musste ich am Meisten mit der AF-Auswahl hantieren, da man ja keine Möglichkeit hat, den Fokuspunkt, wie bei z.B. Nikon mit einem Steuerkreuz zu verschieben, habe ich zwischendurch auf Finger-AF umgestellt. Das funktioniert sehr gut. Man kann es auch so einstellen, dass die bei Tippen auslöst, was ich allerdings nicht probiert habe. Bei dem Lampenputzer musste ich aber auf Spot-AF umschalten, weil sonst der Fokus auf dem Feld lag. Wenn ich das Motiv in die Mitte des AF-Punktes nehme, dann sollte auch der Normale richtig fokussieren und ich hoffe, dass Leica da ein Firmware-Update nachschiebt. Die Geschwindigkeit haben sie ja schon gegenüber der Erstauslieferung verbessert. Bei meiner heutigen Art zu fotografieren, kann ich sagen, dass der Autofokus flott und sicher gearbeitet hat. Gefühlt würde ich sagen, dass er bei bewegten Motiven nicht so flott und sicher arbeitet, wie z.B. eine Olympus, aber besser als eine X1 bzw. X2. Gesichts-AF konnte ich nicht probieren.

Beim manuellen Fokussieren, wird das Bild vergrößert. Hier kann man sich aussuchen x3 oder x6. Fokuspeaking habe ich nicht vermisst, da der Bildschirm und auch der Sucher eine gute Auflösung zur Beurteilung aufweisen. Ich würde mir aber ein Splitscreen alá Fuji wünschen, wo links das komplette Bild angezeigt wird und rechts der vergrößerte Teil.

Die Belichtung ist m.E.n. über jeden Zweifel erhaben. Ich habe mit Blendenpriorität und ISO-Automatik gearbeitet und ich musste nur ganz selten mir der Korrektur arbeiten, die ich mir auf das linke der beiden Räder gelegt habe. Hier würde ich mir im übrigen wünschen, dass man die Drehrichtung der Räder ändern kann, denn sie machen es genau andersherum, wie meine Nikons. Sollte ich die Nikons ändern? Naja mal gucken. Was mir nicht so gut gefällt, die Belichtung wird nicht so angezeigt, wie bei anderen Spiegellosen. Bei der Leica  muss man sich eher an das Histogramm halten und nicht so an das angezeigt Bild und bei manueller Einstellung an die Belichtungswaage. Ist für mich aber kein Problem. Was doof ist, wenn ich das Histogramm eingeblendet habe, dann sind die Gitterlinien ausgeblendet und umgekehrt. Beides wäre schön und sicher per Firmwareupdate änderbar. Hier bin ich allerdings nicht so optimistisch, dass das Leica ändert.

Im Netz liest man immer wieder, dass der 16MP-Sensor veraltet sei und ja schon bei der Nex 5 eingesetzt wurde. Ob das so ist, kann ich nicht beurteilen, allerdings ist der Sensor das Eine, aber die Bildverarbeitung dahinter und die Objektive das Andere. Nun gehöre ich nicht zu den Pixelpeepern, aber die Ergebnisse sprechen für sich. Bis auf ein paar Ausnahmen brauchte ich nicht nachschärfen. Das untere Bild ist bei Offenblende und 55mm aufgenommen. Ok, ich habe hier ziemlich an den Kontrasten und an der Klarheit gedreht, aber man kann schon sehen, dass es gleichmäßig scharf ist.

Die ISO-Automatik habe ich im übrigen bei 6400 begrenz, da Lightroom & Co. gut mit der Rauschreduzierung das Bild wieder gut hinbekommt, ohne dass großartig Details verloren gehen. Das können sicher andere Kameras besser, aber ich finde nicht so schlecht, wie man es manchmal so im Netz liest. Wobei ich sie noch nicht richtig bei Dunkelheit testen konnte.

Was ist mir sonst noch aufgefallen? Die Startzeit ist etwas lang und das GPS-Modul benötigt etwas lange bei ersten Start. Wenn die Kamera aufwacht, dann sollte man einen kleinen Moment warten, wenn man GBS-Daten im Bild haben möchte. Es wird einem auf dem Monitor oder im Sucher aber auch angezeigt, ob Verbindung da ist oder nicht.

Wenn man die Leica aus dem Ruhemodus holt, könnte das auch etwas flotter gehen. Man braucht aber nicht auf die Idee zu kommen, die Zeit damit zu überbrücken, dass man sie schon ans Auge nimmt, sofern der Sucher drauf ist. Dieser bleibt dunkel. Erst muss der Monitor aktiv sein, dass der Sensor das merkt. Das finde ich auch irgendwie doof.

Mein Fazit:

Ich freue mich, dass ich das Angebot angenommen habe. Achja, das habe ich ja noch gar nicht erwähnt. Ich habe sie gebraucht von einem Fotohändler erworben. Mein Vorgänger – ein etwas älterer Herr – kam mit der Touchbedienung nicht zurecht und hat sie gegen eine Leica X Vario eingetauscht. Und damit wären wir auch beim Thema. Man muss sich auf die andere Art der Bedienung einlassen. Ein klassischer Leica Fotograf findet es vielleicht nicht so gut. Das ist aber m.E.n. ein Kopfthema. Denn insgesamt ist die T sehr übersichtlich, wie man es auch sonst von Leica gewohnt ist, nur eben mit einer anderen Bedienung. Ich persönlich kam ja bei meiner ersten Begegnung schon gut damit klar und bin für sowas auch immer offen.

Wie gesagt, bis auf ein paar Kleinigkeiten, bin ich mit ihr sehr zufrieden und freue mich schon auf meinen nächsten Ausflug.

Hier noch ein Impressionen:

Capture One und die D750

Capture One und die D750

Ja ich lebe noch. Ich war ziemlich mit einem Umzug beschäftigt und zwischen durch auch nicht so viel Motivation.

Ich habe den einen oder anderen Blogpost in Vorbereitung, aber ich brauch da noch was dafür.

Aber ich will mich zumindest mal mit einem kurzen Tipp melden.

Ich habe jetzt komplett zu Capture One 8 gewechselt. Hintergründe hierzu zu einem etwas späteren Zeitpunkt. Derzeit wird die Nikon D750 nicht von Apple, Adobe Lightroom oder auch nicht von Capture One 8 unterstützt. Letzteres kommt aber, leider habe ich von Phase One keinen Zeitpunkt genannt bekommen.

Damit man aber trotzdem mit RAW fotografieren kann und  nicht wieder zwischendurch den RAW-Converter wechseln muss, kann man sich bei Adobe Labs den DNG-Converter als Beta runterladen. Hier kann man sich dann die NEFs der D750 in den entsprechenden Ordner konvertieren. Das klappt auch gut. Ich selber habe mir aber noch eingestellt, dass das Original RAW mit eingebettet wird. Man weiß ja nie.

Ich hatte dann das Problem, dass die Bilder in C1 irgendwie sehr flach und ohne Farbe wirkten und ich musste immer irgendwie am Weißabgleich und an der Sättigung drehen. Das kannte ich eigentlich von C1 überhaupt nicht, denn eigentlich muss ich dort weniger an den Reglern drehen, wie bei LR oder Aperture.

Ich kenne mich aber noch nicht so 100% mit C1 aus, also bin ich mal auf die Suche gegangen und bei den ICC-Profilen in den Basismermalen fündig geworden. Hier ist standardmäßig „DNG-neutral“ eingestellt und das ist wirklich neutral. Man kann sich dort aber auch andere Kameraprofile aussuchen und probieren und ich bin beim Profil der D810 und der D600 hängen geblieben. Das werde ich erstmal nutzen, bis das der D750 draußen ist.

So das war´s erstmal und bis zum nächsten Mal.

Bildschirmfoto 2014-11-13 um 15.34.36

Bildschirmfoto 2014-11-13 um 15.31.15

 

Ausflug mit der Nikon D750

Ausflug mit der Nikon D750

Die D750 polarisiert. Die einen sehen sie als Nachfolgerin der D700 an und die anderen als Verbesserung der D610.

Ich persönlich sehe weder das Eine noch das Andere. Das war bei mir schon vor dem „Test“ klar, was sich auch bestätigt hat. Dazu aber im Fazit mehr.

Ich hatte letzten Sonntag einfach mal die D750 bei einem kleinen Ausflug mitgenommen und einfach mal fotografiert.

Was mir aufgefallen ist, das sie erheblich kompakter, als die D700 ist, aber deutlich besser in der Hand liegt, als die D600/D610. Zum „Profigehäuse“ fehlt ihr die Größe und auch die fehlenden Tasten, wie z.B. die separate Taste für AF-On. Die kann man sich aber auf die AEL/AFL-Taste programmieren. Bei der D700 und auch bei der Df nutze ich die Möglichkeit der Belichtungsspeicherung selten, sodass ich eine nur noch eine Taste in der Praxis für AF-On gar nicht so schlimm finde, wie ich es mal fand. Zur Erläuterung, ich habe den Autofokus vom Auslöser genommen und auf die Taste gelegt.

Was mir bei der D600 gefehlt hatte, dass ich beim Druck auf die mittlere Taste im Steuerkreuz eine 100%-Ansicht in der Wiedergabe erhalte. Diese Möglichkeit kann ich wieder programmieren. Das Handling der D750 hat mir ausgesprochen gut gefallen. Nachdem ich sie mir individualisiert hatte, konnte ich sie im Prinzip blind bedienen. OK, ich bin eben ein Nikon-Kind 😉

Was mir in den Einstellungen aufgefallen ist, dass die D750 jetzt auch eine Gesichtserkennung hat, die ausgesprochen gut funktioniert, sofern man nicht nur auf den mittleren AF-Punkt gelegt hat.

Wo wir beim Thema sind, gefühlt hat die D750 bei der Geschwindigkeit und auch bei der Treffsicherheit beim AF deutlich zugelegt. Ich vergleiche derzeit mit der D700 und der Df.

Was ich nicht probiert habe, sind der Liveview und die Videofunktion. Beides will ich mal gesondert machen, wenn ich alleine unterwegs bin. Da muss ich ungestört sein.

Leider muss man derzeit bei den RAWs den Umweg über den DNG-Converter machen, den es derzeit als Beta mit D750-Unterstützung gibt. Die Schnappschüsse hinterlassen einen sehr guten Eindruck. Auch das Rauschverhalten scheint nochmals gegenüber der D700 trotz Verdoppelung der Pixelzahl verbessert worden zu sein. Allerdings muss ich sagen, dass das Rauschen bei den Nikons, die ich in letzter Zeit mal in der Hand hatte eigentlich kein Thema mehr ist. Selbst bei der D7000 sind ISO-Zahlen um die 1600 kein Thema. Bei der Df sind 6400 und ich würde mal sagen bei der D750 sind gefühlt 3200 noch sehr gut nutzbar. Und hier rede ich nicht von irgendwelchen Testaufbauten, sondern gefühlte Praxisbilder. Wenn es um den dokumentarischen Wert eines Bildes geht, dann würde ich die so um ein bis zwei Stufen höher sehen. Aber wie gesagt, dass sind eher gefühlte Werte.

Im übrigen habe ich den Ausflug mit dem Nikkor 24-85mm f/2.8-4 gemacht. Hier bin ich der Meinung, dass die Linse ihren Meister bei dem Sensor gefunden hat. Ich bin aber nicht der Pixelpeeper, aber ich würde mal behaupten, dass in dem Sensor noch deutlich mehr Leistung steckt.

Was mir bei der „Entwicklung“ der Bilder aufgefallen ist, dass die D750 sehr ausgewogen in der Blendenautomatik ohne Belichtungskorrekturen in der Kamera vornehmen zu müssen belichtet. Ich musste in LR, nur sehr wenig korrigieren. Bei der D700 und auch der Df muss ich in Lightroom etwas mehr korrigieren, was ich aber auch nicht schlimm finde. Hand anlegen muss man so oder so.

Eine Sache ist mir negativ aufgefallen, dass die Kamera, wenn ich im Menü bin oder etwas dort ändern möchte, sehr zäh und langsam ist. Ich gehe aber davon aus, dass das ein Thema ist, was nach dem nächsten Firmwareupdate Geschichte ist.

Mein Fazit:
Es ist ja kein richtiger Test, sondern erstmal nur ein Eindruck und ich muss sagen, die D750 hinterlässt einen sehr guten. Sie hat gegenüber der D700 abgespeckt und nicht nur im Gewicht, sondern auch bei den Bedienelementen, aber nicht viel. Gegenüber der D600 hat sie vom Handling her zugelegt. Bildqualität kann ich und will ich nicht vergleichen, macht auch bei den heutigen Kameras keinen Sinn, denn ich denke, dass für schlechte Bilder eher der Fotograf oder aber auch die verwendetet Linse verantwortlich ist. Was mir aber aufgefallen ist, dass Nikon mit der D700 bereits eine tolle Kamera rausgebracht hatte, die noch immer gegen viele aktuelle Kameras anstinken kann.

Warum sehe ich die D750 weder als Nachfolger der D700, noch als Evolution der D610? Als Nachfolger der D700 fehlt ihr so ein bisschen die Gehäusegröße, ein paar Knöpfe und auch Gewicht. Würde sie in einem D810-Gehäuse stecken, dann ja, so aber nicht. Als „nur“ verbesserte D610 sehe ich sie aber auch nicht ganz, weil das Handling, die Bedienung und auch der AF deutlich zugelegt hat. OK, sie ist näher an der D610, als an der D700. Ich denke, dass bei vielen die 750 das Problem sind. Viele haben einen richtigen Nachfolger der D700 erwartet, was aber seitens Nikon nie gesagt wurde. Daher auch D750 und nicht D700s oder D710. Das Problem ist, dass eben zwischen D610 und D810 nunmal irgendwas mit 7 ist ;). Ich denke, dass sich Nikon derzeit in einer kleinen Sackgasse bzgl. ihrer Produktnamen befindet. Aber das ist ein anderes Thema.

Die Bilder sind im übrigen eher Schnappschüsse…

Wie ich Licht sehe – ein Review

Nach einem Workshop bei Paddy, hatte ich die Möglichkeit mal sein Videotraining „Wie ich mit Lightroom arbeite“ zu testen und ihm ein Feedback zu geben. Das hatte ich auch gleich als Gelegenheit genutzt ein kleines Review zu schreiben.

Nun hat mich Paddy gebeten vielleicht noch eins zu schreiben. Ich fühlte mich geehrt und habe natürlich zugesagt. Ich konnte mir eins aussuchen. Da ich nicht so der Portraitfotograf bin, mich das aber interessiert und ich mich auch das natürliche Licht toll finde, habe ich mich für das Online-Training  „Wie ich Licht sehe – Portraitfotografie mit Available Light“ entschieden.

Der Trailer zum Film:

Das Training ist sehr gut und auch mit einem recht hohen Aufwand produziert. Es kam nicht nur aufgrund des Themas keine Langeweile auf, das Auge isst ja schließlich mit. Auch Paddys professionelle und auch gleichzeitig lockere Art tragen zu dem hochwertigen Eindruck bei.

Die Videos sind so aufgebaut, dass man sie nicht unbedingt der Reihe nach ansehen muss, sondern man kann sie sich auch nach den Überschriften oder Länge aussuchen. Wobei ich sie schon der Reihe nach auf mehrere Tage verteilt angesehen habe.

Nach dem ersten Video hatte ich gedacht, dass das schon recht viel Stoff ist für einen Anfänger. Stopp, ich war da mit meinen Gedanken noch bei dem Training „Einführung in die People und Portrait Fotografie„, was an Anfänger adressiert ist. Das hatte ich ursprünglich auch in engere Wahl genommen. Also gedanklich wieder in die richtige Richtung, denn dieses Training ist für erfahrenere Fotografen. D.h. man sollte sich schon mit Blende, Zeit, ISO, Brennweite usw. und deren Verhältnisse auskennen. Ebenso mit der Nachbearbeitung.

Mit den frischen Gedanken also weitergeguckt und immer tiefer in die Materie versunken. Mit vielen sehr hilfreichen Tipps, die man nicht nur in der Portraitfotografie anwenden kann, sondern auch in der Landschaft-, Street- und überall wo man mit natürlichem Licht zu kämpfen hat. Alleine den Tipp bei bedecktem Himmel die Lichtrichtung herauszufinden ist Gold wert. Wie oft habe ich doof hochgeguckt und es nur durch Zufall herausgefunden. Nein ich nenne den Tipp nicht. 😉

In den Videos gibt es eine kleine Einleitung, ein mit toller Musik untermaltes Shooting, dann wird nochmals am Set auf die Besonderheiten eingegangen. Danach wird in Lightroom wieder auf die Besonderheiten und auch kurz auf die Bearbeitung hingewiesen und erklärt. Auch hier ist ein gewisses Grundwissen in Lightroom, aber auch andere RAW-Programm sehr hilfreich.

Das Training hat mir insgesamt sehr gut gefallen und ich hätte mir am Liebesten jemanden geschnappt um das gelernte versuchen umzusetzen. Hier muss ich aber noch an mir arbeiten, denn Portraitfotografie ist schon eine Sache für sich und ich muss da noch den einen oder anderen Schweinehund überwinden. Aber wie gesagt, ich lauf schon mit offeneren Augen durch die Gegend und sehe das vorhandene Licht irgendwie besser, um es auch bei meinen Photowalks besser einzusetzen. Manchmal kann ein anderer Schattenwurf die Bildwirkung nunmal drastisch verändern.

Auch wurde mir bei dem Training bewusst, dass das Fotografieren nur die halbe Miete, wenn auch die Grundvoraussetzung für tolle Bilder ist. Denn die Nachbearbeitung trägt sehr stark dazu bei. Paddy hat bei vereinzelnden Bildern einen Vorher-/Nachhervergleich gemacht und ist auf die einzelnen Bearbeitungsschritte eingegangen. Hier hätte ich mir manchmal etwas mehr gewünscht, aber es war ja kein Lightroom-Training. 😉

Allerdings möchte ich auch nochmals darauf hinweisen, dass das Training wirklich eher was für Fortgeschrittene ist. Das wird aber auch in der Beschreibung erwähnt.

Mein Fazit: Ich spreche hier eine klare Kaufempfehlung für die aus, die gerne ihr Wissen in Available-Light-Fotografie vertiefen möchten und auch sehr Hilfreiche Tipps in Portraitfotografie benötigen. Auch die, die sich hier vielleicht zukünftig mehr mit beschäftigen möchten. Für die, die in der Nachbearbeitung nur das Wichtigste gemacht haben, werden angefixt, zukünftig etwas mehr zu machen. Paddy hat alles in Lightroom bearbeitet. Allerdings hat er hier auch gekaufte Presets verwendet. Und es waren schon sehr cool dabei. Die Kreditkarte sollte schon etwas entfernt gelagert sein. 😉

Ich könnte mir noch eine Art Fortsetzung vorstellen, wo Paddy noch mehr auf die Bearbeitungen eingeht und auch die Zuhilfenahme der möglichen Presets.

Also KAUFEN 😉

 

Aperture Alternativen

Aperture Alternativen

In Ergänzung zu meinen letzten Beitrag wollte ich mir ja mal die eine oder andere Alternative zu Aperture (AP) ansehen und berichten.

Als erstes möchte ich erstmal die Anforderungen, die ich an die Alternative stelle erwähnen.

  • Fotoverwaltung
  • RAW-Entwicklung
  • Nondestruktive Bildbearbeitung
  • einigermaßen intuitiv
  • gutes Entrauschen
  • sollte mit allen gängigen Kameratypen funktionieren
  • eine vernünftige Möglichkeit die Bilder in einem entsprechend benötigten Format zu exportieren

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass das kein wissenschaftlicher Test ist, sondern meine Meinung und meinen Eindruck widerspiegelt. Ich habe auch keine aufwändige Fototestreihe gemacht und werde daher am Ende nur mal drei Ergebnisse präsentieren.

Ich war am überlegen, ob ich vorab schonmal mein Ergebnis nennen soll? Ich denke ja.

Es bleibt eigentlich nur Lightroom übrig, weil es die einzige Software ist, die meine Anforderungen erfüllt. Die beklagten Geschwindigkeitsprobleme habe ich mit einem MacBook Pro Retina der ersten Generation mit nem i7 und 2,6GHz und 16GB RAM nicht.

Capture One kommt abgeschlagen auf den zweiten Platz. Es hat eine gute zwar gewöhnungsbedürftige RAW-Entwicklung und Bearbeitungsmöglichkeit. Wenn man sich die Oberfläche angepasst hat, dann ist alles gut. Leider fehlt dort eine vernünftige Bildverwaltung. Wo ich z.b. auch mal für das nachträgliche Ändern der Bilduhrezeit zum Einfügen der GPS-Daten durchführen kann. Auch sonst fehlen mir da ein paar Sachen. Ein kleiner Tipp für diejenigen welchen, die C1 mal testen wollen. Bitte nicht auf die selben Bilderordner zugreifen, auf die LR auch zugreift. C1 ändert die xmp-Dateien und dadurch meckert LR bei den Bildern, dass was mit den Metadaten nicht stimmt und C1 hat sein Problem, dass es jedesmal da wieder was ändern will und wird somit tierisch träge. Also beim Testen eine Kopie des entsprechenden Bilderordners durchführen. Beim ersten Import macht es nichts, dass die LR-xmps dabei sind, da dann viele Sachen, wie Bewertung usw. mit übernommen werden.

Ich habe in Bezug auf die Bilderverwaltung allerdings gehört, dass es sein könnte, dass bei der nächsten Version von C1 das Programm Media Pro integriert werden soll. Media Pro ist die Bilderverwaltung von Phase One, welche man derzeit aber für m.E. recht viel Geld extra erwerben muss.

C1 ist im übrigen für die, die im Studio arbeiten und gleich in den Rechner shooten ein sehr mächtiges Programm. Mit einer zusätzlichen App für das iPad kann sich parallel ein Kunde sich die Bilder ansehen. Wenn ich das richtig mitbekommen auch auch räumlich getrennt. Ist für mich aber nicht wichtig, möchte es aber nicht unerwähnt lassen.

DxO Optics Pro kommt für mich in zweierlei Dingen nicht in Frage. Bilderverwaltung eher suboptimal und auch wird z.B. auch in absehbarer Zeit die X-Trans-Sensoren der Fuji-Kameras nicht unterstützt. Dies habe ich mir auch von DxO bestätigen lassen. Auch ist DxO nicht gerade schnell, man muss aber dazu sagen, dass die Bearbeitungen doch einen guten Eindruck hinterlassen. Die Rauschreduzierung ist sehr gut, wenn auch sehr langsam. Insgesamt hat es mich aber schon genervt, dass man die Reglerbewegung nicht direkt am Bild sehen konnte. Also für mich ist DxO nichts.

AfterShot Pro hiermit bin ich nicht warm geworden. Sie läuft schnell und läuft auch neben Windows und Mac auch unter Linux. Es werden nicht alle Kameratypen unterstützt. Auch Fuji auf absehbarer Zeit nicht. Ich hatte auch den Eindruck, dass bis vor Kurzem die Webseite und somit das Programm auch leicht eingestaubt war. Vielleicht geben sie ja wieder Gas und wittern ihre Chance. Aber für mich auch nichts.

OnOne naja, ich denke, das kann man gut als Effektplugin für Lightroom nutzen, aber als Einzelplatzlösung bin ich überhaupt nicht mit klar gekommen und das Thema intuitiv ist eher was anderes. Also für mich überhaupt nichts.

Darktable und Lightzone habe ich mir mal auf der Webseite angesehen, ist mir aber zu geekig. Also für mich auch eher nichts.

Fazit (für mich):
Ich persönlich werde mich doch weiter mit Lightroom beschäftigen, was ich allerdings auch schon seit längerem mache. Das Programm ist für mich in der Summe der Eigenschaften schon passend für mich, auch wenn mir einiges von Aperture fehlen wird. Das Thema Abo empfinde ich nicht sooo schlimm, nur die Kopplung mit Photoshop, weil ich es derzeit nicht benötige. Allerdings ist es von den Kosten her ok und irgendwie war man bei LR ja schon immer gezwungen immer wieder neue Versionen zu kaufen, weil meist neue Kamera-RAWs nicht mehr von dem Vorgänger unterstützt wurde. Ich hoffe aber, dass Adobe die bestehenden Wettbewerber auch weiter als solche sieht und sich bei der Programmierung Mühe gibt.

Allerdings werde ich auch C1 und deren Entwicklung weiter verfolgen. Das Programm hat m.E.n. neben LR das meiste Potenzial ein guter Nachfolger von Aperture zu werden, wenn die die Verwaltung in den Griff bekommen.

Auch werde ich Anfang nächsten Jahres die Photo.App von Apple genauer betrachten. Vielleicht sind dort ja genug Features, um damit vernünftig  arbeiten zu können. Denn in der Integration ins Betriebssystem war eines der Stärken von Aperture und auch den anderen Apple Programmen.

Mal sehen, was noch so passiert.

Hier mal die drei Bilder, die ich in Aperture, Capture One und Lightroom entwickelt habe. Ich habe hier nur meine Standardbearbeitung angewendet. D.h. Belichtung, Lichter, Schatten, Kontrast und keine lokalen Bearbeitungen.

In der Reihenfolge Aperture, Capture One und Lightroom. Man sieht hier, dass Aperture schon Probleme hat Zeichnung in den Lichtern zurück zu holen. Das können die anderen beiden besser. Den Rest kann jeder mal selber entscheiden.

 

 

Leider ist es doch passiert

Leider ist es doch passiert

Wie man gestern Abend u.a. auf Appleinsider  vernehmen konnte, stellt Apple die Entwicklung von Aperture und iPhoto aufgrund der neuen Photoverwaltung von OS X Yosemite ein. Das stimmt mich doch etwas traurig. Ich arbeite zwar schon seit längerem mit Lightroom, hatte aber eigentlich nie die Hoffnung aufgegeben, dass Apple doch noch eine neue Version rausbringt.

Der Plan soll wohl sein, dass Aperture noch auf Yosmite läuft und man ein Tool erhält, um seine Aperture-Daten in Lightroom migrieren zu können. Also erstmal muss man nicht in Panik verfallen.

Was mich aber auch noch weiter zum überlegen bringt, Lightroom hat jetzt keinen richtigen Gegenspieler mehr, der genug Nutzer hat, dass Adobe sich bei der Entwicklung seiner Software Mühe gibt. Ok das hat eigentlich Adobe auch bei Photoshop&Co auch nicht und diese Programme sollen ja auch recht gut sein. Nur habe ich meine Bedenken, dass man zukünftig Lightroom auch nur noch im Bundle mit Photoshop als Abo erhält.

Daher sollte man sich man die Alternativen angucken:

Capture One Pro

Lightzone

Darktable

DXO

AfterShots Pro

OnOne

Ich denke, die Liste ist sicher nicht vollständig, aber probieren sollte man es mal.

Ich selber habe mich mal mit Capture One beschäftigt und auch mit DXO. Bei beiden hatte ich mich schwergetan. Aber vielleicht sollte man sich jetzt mal wirklich mit den Alternativen befassen, weil Wettbewerb belebt halt das Geschäft 😉

Also ich werde da am Ball bleiben und wieder berichten