Klostergeister 2016

Klostergeister 2016

Vom 06. bis 11.06.2016 war es mal wieder soweit. Im Kloster Inzigkofen fanden mal wieder die alljährigen Klostergeister von Happy Shooting statt. Ich hatte ja schonmal kurz unser Projektvideo hier im Blog eingestellt.

2010 war ich schonmal mit Begeisterung dabei und leider passte es in den letzten Jahren terminlich nicht, aber in diesem Jahr.

Das Kloster ist ein eine Volkshochschule in der auch parallel zu unserem Kurs auch noch die Kurse „Singen und Wandern“ und „Kalligrafie“ stattfand. Wir hatten teilweise bedenken, dass sich die Kalligrafen evtl. durch die Unruhe, die wir verbreiten in ihrer Konzentration gestört fühlen könnten. Das hatte sich aber Gott sei Dank durch den rücksichts-vollen Umgang untereinander nicht bewahrheitet. Im Gegenteil, die Gruppen haben sich alle gut miteinander verstanden, sodass der letzte Abend gemeinsam mit der Vorstellung der Projekte bestritten wurde. Die Wanderer haben uns was vorgesungen, wir konnten uns mit den Kalligrafen austauschen und deren Ergebnisse bewundern (und das ist wirklich Kunst) und die Wanderer und Kalligrafen durften sich unsere Ergebnisse ansehen.

In diesem Jahr begann der Kurs mal anders. Normalerweise sind die Workshops immer digital – außer natürlich die explizit als Analog ausgewiesene -, aber in diesem Jahr durften wir mit analogen Boxkameras beginnen. D.h. da es sich um eine Mittelformatkamera mit dem Filmformat 6×9(cm) handelte, durften wir losziehen und 8 (!) Bilder mit nach Hause bringen, die dann abends in der Klosterküche durch Chris und Moni entwickelt wurden. Das besondere an den Boxkameras ist, dass das für auch damalige Verhältnisse eine günstige Kamera war, die millionenfach verkauft wurde und wirklich billig war. Die Bildkomposition konnte man eher schätzen, denn der Sucher war alles andere als gut einzusehen.

Ich könnte noch sehr viel dazu schreiben, aber das würde den Rahmen sprengen. Wenn dennoch Interesse besteht, dann einfach in die Kommentare, denn bei der Entwicklung ist noch so einiges passiert.

Am zweiten Tag ging es dann aber wie gewohnt digital weiter. Der Workshop tat seinem Namen alle Ehre denn langweiliges Blah Blah blieb aus, denn Boris und Chris haben es mal wieder geschafft, die der unterschiedliche Gruppe, von mehrfachen Wiederholungstäter, erfahrenen Neulingen und auch unerfahrenen Neulingen unter einen Hut zu bringen, sodass es weder eine Über- noch Unterforderung gab.

Der Workshop unterteilte sich in einmal einer Projektarbeit, die zum Ende der Woche präsentiert werden sollte und auch Einzelthemen, die wir mitgehalten konnten. Hier war dann für jeden was dabei und auch so einiges, wo man richtig aus seiner Komfortzone kommen musste. Ein Herausforderung, allerdings passiert ja nichts, wenn es vielleicht auf Anhieb nicht so klappt. Außer dass das eigene Ego vielleicht einen Rückschlag erfährt. Aber ich kann versichern, das passiert nicht. Vor allem nicht in so einem tollen Umfeld und toller Truppe.

In der ersten Aufgabe durften wir kreativ werden. Hier sucht Moni Zeitungsartikel zusammen, wo wir uns eine Überschrift aussuchen durften, die wir dann kreativ umsetzen sollten. Unsere Dreiergruppe haben sich auf meine Bilder geeinigt, wobei die Ideen dazu gemeinsam entwickelt wurde

Dann gab es einen Spielplatz „Landschaft“. Hier sind wir dann gemeinsam durch die Gegend gelaufen und konnten unter Anleitung unseren Interessen nachgehen. Die Einen haben sich in Panoramafotografie geübt oder eine Drohne steigen lassen. Ich habe einfach die Gegend genossen und die Seele baumeln lassen, denn die Klostergeister ist nicht nur ein Workshop, sondern auch ein Kurzurlaub, bei dem man innerhalb kürzester Zeit seine Akkus wieder aufladen kann.

Im übrigen kann ich nicht mehr ganz nachvollziehen, wann wir was genau gemacht haben, denn entgegen dem ich mir vorgenommen hatte ein Tagebuch zu führen oder auch direkt zu bloggen, habe ich es eben nicht gemacht. Es sollte ja nicht in Stress ausarten.

Wir hatten dann die Aufgabe erhalten in der Gruppe mit natürlichem Licht und Reflektor Portraits zu erstellen. Auch hier hatten wir riesig Spass und für mich auch eine Herausforderung, da ich ja eher selten Portraits fotografiere.

Natürlich durfte auch das Thema Blitzfotografie nicht fehlen. Auch hier hatten wir Spass und konnten auch mal so einiges testen. Also grundsätzlich bringt es schon Spass Portraits zu fotografieren…

Und jeden Tag neben den Aufgaben, Ausflügen und Übungen mussten wir uns auch um unser Projekt kümmern. Insgesamt hatten wir zwar Zeit, aber irgendwie wurde die immer knapper, je näher der Präsentationstermin rückte.

Im übrigen bestand unsere Gruppe aus Thomas und Robert. Wir wollten das Video eigentlich mit iMovie schneiden, aber wir waren nicht wirklich mit dem Ergebnis zufrieden, sodass ich mir FinalCut als Testversion heruntergeladen habe und dann das Video schneiden konnte.

 

Und wie gesagt, am letzten Abend erfolgte dann die Präsentation der Projekte der Kalligrafen und der Fotografen mit musikalischer Untermalung der Wanderer.

Die Woche ging leider wieder viel zu schnell vorbei und ich habe mich allerdings schonmal für das nächste Jahr in die Voranmeldeliste eingetragen.

Ich könnte noch sehr viel mehr schreiben, weil auch noch sehr viel drumherum lief, aber ich denke, das reicht jetzt erstmal. Daher nachfolgend noch ein paar Impressionen.

Fotomarathon Hamburg

Fotomarathon Hamburg

Puh ich muss sagen, ich hänge etwas hinterher, was das Schreiben hier im Blog angeht. Eigentlich habe ich noch einen kleinen Bericht über mein verlängertes Wochenende in Amsterdam über Himmelfahrt und auch ein etwas ausführlicheren Bericht des Klostergeister 2016 Workshop steht auch noch aus.

Aber aus aktuellem Anlass werde ich meine Erlebnisse vom letzten Samstag einfach mal vorziehen, da die Erinnerungen noch so schön frisch sind und es auch noch ein tolles Erlebnis war.

Ich hatte mich schon vor längerer Zeit mal beim Newsletter des Fotomarathon Hamburg angemeldet und habe mich durch Kollegen von 365fotos.org überreden lassen dort mitzumachen. Da ich recht spät dran war, bin ich erst auf der Warteliste gelandet, aber schnell nachgerückt – es gab kein zurück .

Was ist der Fotomarathon HH? Im Groben ist es 24 Bilder in 12 Stunden digital oder analog zu machen. Hier gibt es allerdings ein paar Einschränkungen, die es interessant machen, mich aber auch teilweise zur Verzweiflung gebracht haben.

Was macht die Sache so interessant und auch herausfordernd? Man bekommt kurz vor Start das Oberthema, was sich durch die Bilder durchziehen sollte und dann erstmal acht Unterthemen, ein Etappenziel und eine Uhrzeit zu der man sich dann den ersten Stempel abholt. Dort erhält man die nächsten acht Aufgaben und das nächste Etappenziel mit der Zeitvorgabe und am letzten Etappenziel erhält man dann die letzten acht Aufgaben und das Ziel. Wie gesagt, vorher war nichts bekannt.

Nun zu den Regeln:

  1. es dürfen nicht mehr als 24 Bilder auf der Speicherkarte oder dem Film sein
  2. es muss die Reihenfolge der Aufgaben eingehalten werden
  3. nur JPEG, keine RAW und auch keine Bearbeitung hinterher (man durfte sich aber schon Styles in der Kamera vor dem Bild einstellen)
  4. Querformat, da auch die Hochformatbilder quer aufgehängt werden
  5. um 10 Uhr war der Start und um 22 Uhr war Zielankunft
  6. kein Smartphone

Ich hatte mir selber auch noch ein paar Regeln auferlegt, die die Sache nicht gerade einfacher gemacht hat:

  1. alles zu Fuss
  2. die Bilder sollten an den Standorten oder auf dem Weg entstehen
  3. pro Aufgabe nicht zuviel probieren, sondern die Idee und max 1-3 Bilder, denn die analogen Kollegen hatten ja auch nicht so den Komfort, dass die sich die Bilder aussuchen konnten.

Das Oberthema war „Die Stadt ist Deine Bühne!“ Hier hatte ich glaube ich das etwas zu eng gefasst, denn „Die Stadt“ war für mich Hamburg. D.h. jedes Bild sollte ein Bezug mit Hamburg haben. Dies und auch die Punkte 1 und 2 haben mir das Leben nicht einfacher gemacht. So nachdem ich ein paar andere Bilder (Tim und Thomas Leuthard) schon gesehen habe und auch die >50.000 Schritte die ich gelaufen bin, hätte es wohl auch gereicht, wenn in den Bilder der Bezug auf „eine Stadt“ gewesen wäre.

Die ersten acht Themen starteten im Schanzenviertel:

  1. Wie es Euch gefällt (hier sollte auf jeden Fall auf dem Bild die Startnummer sein)
  2. Ensemble
  3. Ungeschminkt
  4. Kostüm
  5. Kulisse
  6. Zweitbesetzung
  7. Generalprobe
  8. Lampenfieber

Etappenziel war dann in Eimsbüttel

Die nächsten acht Themen waren dann:

  9. Vorhang auf
10. Rampenlicht
11. Diva
12. Monlog
13. Blackout
14. Souffleuse
15. Drama
16. Abgang

 Ziel war dann in St. Georg

 

Und die letzten acht Themen waren:

17. Szenenwechsel
18. Letzter Akt
19. Heldentod
20. Loge
21. Beifall
22. Verbeugung
23. Zugabe
24. Schlussvorhang

Hier war das Ziel auch wieder Eimsbüttel

Ein besonderen Dank gilt dem Kollegen, der mir erst das Bier (ok es waren zwei) verkauft und sich dann bereit erklärt hatte für mich zu posen. Der Typ war einfach nur cool drauf und wir hatten viel gelacht. Ich würde mich freuen, wenn der zur Ausstellung kommt!

Dann ist mir natürlich auch noch ein Supergau passiert. Wie ich ja schon geschrieben habe, wollte ich ja nur 1 max. 3 Bilder eines Motivs machen. Was im übrigen auch fast immer geklappt hat. Ich habe dann sofort ausgesucht und das Bild über die Kamera geschützt, um ein versehentliches Löschen zu vermeiden. Nun genau das hatte ich beim „Letzter Akt“ vergessen, was ich bei drei Bildern weiter leider schmerzlich merkte, denn die durfte ich wiederholen, was aber leider nicht 1:1 klappte, da ich schon zu weit weg von dem ursprünglichen Standort war und mit die Zeit wegrannte.

Was würde ich nächstes Mal anders machen oder was für Fehler habe ich gemacht?
Ob ich nächstes Mal wieder alles erlaufen werde, weiss ich nicht, aber man verliert Zeit, wobei die Idee von  mir war, dass ich die Motive auf dem Weg finde, was teilweise geklappt hatte, meist aber nicht. Hier hätte ich es mir einfacher machen können, indem ich in Stadtteile gefahren wäre, wo vielleicht etwas besser Motive für die Einzelnen Themen wahrscheinlicher gewesen wäre. Mir fällt da nur die Reeperbahn ein.

Dann vielleicht das Oberthema mal wirken lassen, denn ich habe mir schon das Leben gewaltig schwer gemacht, indem ich statt die bzw. eine Stadt an sich Hamburg zu sehr in den Fokus genommen habe. Ok, manchmal muss man schon suchen und man muss sich in Hamburg auskennen, um es zu erkennen, aber spätestens bei den Astra-Flaschen war der Bezug zu Hamburg wieder da.

Auch wenn ich zwischendurch der Verzweiflung nahe, ich mit den Bilder nicht zufrieden bin und es sehr anstrengend war, hat es riesig Spass gebracht und würde und werde es wohl wieder machen. Mal gucken, vielleicht melde ich mich auch noch beim Fotomarathon Bremen an. Hier ist zwar auch nur noch die Warteliste, aber vielleicht klappt es ja.

Nun noch ein paar Worte zur Ausrüstung. Hier war für mich die Maßgabe, weniger ist mehr, denn 12 Stunden ist eine lange Zeit und der Rücken wird es Danken, wenn man nicht zu schwer unterwegs ist.

Daher hatte ich die Leica M Monochrom mit einem Summicron 1:2/35mm und 1:2/50mm mit Orangefilter dabei. Ferner einen Fuji EF-X 20 Blitz (hatte ich im Einsatz), ein Tischstativ (hatte ich im Einsatz), Akkus (die ich nicht benötigt habe), für den Notfall Ersatzspeicherkarte (brauchte ich nicht), ein Mulitool (brauchte ich nicht), eine Taschenlampe (brauchte ich nicht) und etwas zum Reinigen. Das hatte ich alles in der Cosyspeed Streetomatic Gürteltasche und in der Pacsafe-Gürteltasche hatte ich die Unterlagen, Geldbörse, Wasser und Kleinkram. Die Leica hing diagonal in einem Peakdesing-Gurt. Das hatte alles wunderbar gepasst, sodass ich in Bezug auf Kameratechnik den Kopf absolut frei hatte, was sehr wichtig ist. Ich glaube so einen Marathon mit einer neuen und/oder zu schweren Ausrüstung kann eine große Qual werden. 

So und nun noch zum Schluss, die Bilder aller Teilnehmer werden am Samstag den 27.08.2016 von 13 bis 21 Uhr und Sonntag den 28.06.2016 von 11 bis 17 Uhr in den Mozartsälen in der Moorweidenstraße 36, 20146 Hamburg präsentiert. Eintritt kostet 3€