Masterclass mit Thomas Leuthard

Masterclass mit Thomas Leuthard

Letztes Wochenende habe ich an einer Masterclass mit Thomas Leuthard in Düsseldorf teilgenommen. Ich hatte mich dazu von Thomas und Stephan überreden lassen, die im letzten Jahr an einem Workshop mit Thomas Leuthard teilnahmen. Es waren eigentlich für die Teilnahme die folgenden Voraussetzungen notwendig, die ich kaum erfüllt habe.

  • Du kannst Deine Kamera selbständig bedienen und weisst damit umzugehen
  • Du bist schon mindestens 1 Jahr in der Street Fotografie tätig
  • Du hast ein Portfolio von mindestens 50 Bildern
  • Du bist bereit, konstruktive Kritik aus der Gruppe annehmen
  • Du kannst klar definieren, wo Deine Herausforderungen liegen
  • Du bist bereit, an Dir zu arbeiten und konstruktive Vorschläge anzunehmen

Zumindest was die Erfahrungen mit der Streetphotography angeht.

Nichtsdestotrotz durfte ich an der Masterclass teilnehmen, vor allem, weil auch Thomas und Stephan versprachen, dass wir mal zusammen üben gehen. Leider haben wir keinen gemeinsamen Termin gefunden, sodass ich mit unguten Gefühl nach Düsseldorf gefahren bin.

Allerdings sollten wir auch Hausaufgaben vorbereiten. Zur Anmeldung sollten wir fünf Bilder zu Thomas schicken, der uns dann einen Audiokommentar zurückgeschickt hat.

An diesem Bildern merkt man halt, dass die eher beiläufig bei einer Tour passiert sind. Das ist auch das große Problem was ich neben meiner Scheu einfach mal ein paar Menschen auf der Straße abzuschießen habe, dass ich meist nicht alleine unterwegs bin und daher eher beiläufig ein paar „Street“-Fotos mache.

Eine Woche vor dem großen Termin – ich hatte immer noch starke bedenken, ob das alles so richtig ist – sollten wir nochmals fünft Bilder zusenden, die Thomas ausdrucken und vor Ort besprechen wollte.

Um es vorab zu nehmen, die Kritik hier war nicht mehr ganz so vernichtend, um nicht zu sagen, bei dem einen oder anderen Bild kam auch mal sowas wie ein Lob. 😉

Am Freitag hatten wir – Streetdödel – uns schonmal getroffen, um ein schönes Wochenende einzuläuten. Und am Samstag ging es dann auch los. In einer gemütlichen Runden haben wir dann alle getroffen und Thomas hat mit seiner Masterclass begonnen. Thomas kannte ich bisher nur von seinem Podcast und kann schonmal vorab sagen, dass er es auf seiner ruhigen schweizer Art sehr angenehm, aber auch sehr direkt gemacht hat.

Vorab ist er erstmal auf die Herausforderungen eingegangen, um dann nachher die eingesandten Bilder zu besprechen. Er hatte diese zwar ausgedruckt, allerdings war es schon einfacher, diese an der Leinwand zu besprechen. Hier war das angenehme, dass nicht nur Thomas seinen Senf abgegeben hat, sondern jeder war aufgefordert.

Gegen Mittag ging es dann auf die Straße, um das neu gelernte unter Anleitung umzusetzen. Das war sehr angenehm, da Thomas schon gute Tipps live vor Ort gegeben hat.

Allerdings war die Gruppe recht groß, sodass ich mich dann etwas abgesondert hatte. Allerdings lag es auch daran, dass ich mal kurz bei einem Leica-Händler an der Kö vorbeischauen wollte.

Aprospos Leica, ich habe die Masterclass mit meiner Leica M Typ 262 und dem Summarit M 50mm f/2.5 bestritten. 50mm, weil mit die 28mm doch zu weitwinklig erschien und ich erstmal meine Scheu ablegen wollte, da man bei 28mm den Menschen schon recht nah auf die Pelle rücken müsste. Auch musste ich feststellen, dass der Messsucher auch nicht immer Vorteile hat, wenn man was in den Vordergrund nehmen möchte, da ja der Sucheraustritt nicht mit dem Objektiv übereinstimmt. Hier gilt es, wie immer im Leben, üben, üben, üben. Dass ich manuell scharf stellen musst, hatte mich weniger gestört, da man bei Street meist eh leicht abblendet. Auch hat man es recht schnell raus, in welche Richtung man wie weit drehen muss, um das Subjekt in den Fokus zu bekommen.

Ich muss sagen, dass das schon alles eine große Herausforderung war, wenn es auch sehr viel Spass gebracht hat. Allerdings ist so eine Ausbeute von ein paar Stunden auf der Straße schon recht übersichtlich ist. Aber es ist schonmal eine schöner Anfang. Mal gucken, ob ich das 28er noch gegen ein 35er tausche, um dem Klischee der Streetphotography gerecht zu werden oder ich erstmal mit dem 50er weitermache. Man muss ja nicht immer alles mitmachen 😉

Leider blieb die Bildbesprechung dann mangels Zeit aus, aber diese wird noch nachgeholt. Nach der Masterclass ging es dann noch gemütlich zu einem gemeinsamen Essen, um noch weiter zu fachsimpeln.

Alles in allem war es ein tolles Wochenende und meine anfänglichen Bedenken waren hinterher ausgeräumt, was aber auch an der direkten, schonungslosen, aber fairen Beurteilung von Thomas und den anderen Teilnehmern lag.

Ich kann nur sagen, wenn einer Interesse an Street hat und Thomas nochmals Workshops anbieten sollte, dann mitmachen – es bringt einfach nur Spass und man lernt auch viel.

In diesem Sinne.

Der etwas andere Workshop

Der etwas andere Workshop

Hallo Ihr Lieben,

wer meinen Blog einigermaßen verfolgt, hat mitbekommen, dass ich gerne auf Workshops gehe. Das hat den Hintergrund, weil ich dort mal von Alltag abschalten kann, mich meinem Hobby widmen und ich auch noch interessante Leute kennenlernen kann.

Vor ein paar Wochen habe ich mal einen Workshop von LFI-Online besucht, da ich auch mal außerhalb der üblichen Verdächtigen mal einen besuchen wollte und als Leica-Fan auch mal mit Gelichgesinnten und mit Julia Baier einer Leica-Fotografin als Workshop-Leiterin.

Dem Workshop ging ein paar Abende vorher ein „Artis-Talk“ voraus, wo man (nicht nur Workshop-Teilnehmer) sich schonmal einen Eindruck der Arbeiten der Workshop-Leiterin machen konnte. Diesen fand in den Räumen von LFI-Online statt und es werden auch zukünftig noch weitere stattfinden. Per Newsletter erhält man hier frühzeitig die Information und ich denke, dass ich bei dem einen oder anderen auch nochmals teilnehmen werde.

Nun aber zu Workshop und warum dieser etwas anders war, als die, die ich bisher absolviert habe.

Das Hauptthema war im Prinzip, wie man eine Serie (Projekt) erstellt und die entsprechende Herangehensweise. Hier sollten wir schonmal im voraus uns ein paar Gedanken machen und auch schonmal ein paar Hausaufgaben mitbringen. Leider hatte ich überlesen, dass wir die ausgedruckt mitbringen sollten, sodass ich in Hamburg dann nach dem ersten Abend losgezogen bin, um ein paar Ausdrucke – leider etwas klein – zu machen. Die anderen waren besser vorbereitet.

Bisher kannte ich Workshops, wo im Vorfeld etwas besprochen und erläutert wird und dass man dann mit ein paar Aufgaben alleine oder in Gruppen loszieht. Bei diesem war es anders, weil aufgrund der Vielzahl der zu besprechenden Bilder die zwei Tage Ruckzuck vorbei waren. Ich hatte im Vorfeld, als sich das herauskristallisiert hat, meine Bedenken, die sich aber dann zerschlagen hatten. Es war sehr interessant, die Bilder der anderen zu sehen und zu besprechen, vor allem, weil Julia aus ihrer Erfahrung dann die entsprechenden Tipps und Herangehensweisen erläutert hatte. Im Prinzip ist es auch sehr schwer, bei dem Thema mit einer passenden Aufgabe loszuziehen, da das Thema Serien/Projekte meist ein über einen langen Zeitraum erfolgt.

Ich selber bin dort auch etwas geerdet worden, da ich aufgrund meiner sehr kurzfristigen Anmeldung nur ein Wochenende vorher Zeit hatte mir Gedanken zu  machen und meine Ideen versuchen umzusetzen.

Die erste Idee war Hofeinfahrten zu fotografieren und die zweite auf einem Friedhof (was man sicher noch auf weitere erweitern kann) . Ich habe auch sehr gute Tipps von Julia erhalten, vor allem auch mal näher ran zugehen. OK, die erste Serie war bewusst von mir gestaltet, dass ich aus der Hocke mit 28mm und nicht gekippter Kamera, d.h. mit viel negativer Fläche im Vordergrund und auch meist abschnitten Haus die Fotos geschossen habe. Das ist nicht nur bei Julia nicht so gut angekommen, auch die anderen Teilnehmer fanden es nicht so gut. OK, ich hatte meine Bilder auch nur in 10×15.

Die zweite Serie kam da schon besser an, da ich etwas andere Sichtweisen eines Friedhofes gezeigt hatte. Auch hier kam der Hinweis, vielleicht auch mal näher ranzugehen, was auch möglich war, ich aber gar nicht auf die Idee gekommen bin.

Also weiterhin mit den neuen Erkenntnissen und auch den Ideen der anderen Teilnehmer üben, üben, üben…

Als angenehmen Nebeneffekt konnte man sich auch für den Workshop Leica-Equipment ausleihen. Ich hätte gerne mal das neue Summilux 28mm f/1.4 ausgeliehen, was leider nicht da war und auch ein Noctilux 50mm f/0.95 war leider auch nicht da, allerdings ein Summilux 50mm f/1.4, was mich mal so ein bisschen an die Fotografie mit 50mm herangeführt hat. Ich hatte zwar kurzfristig etwas GAS, aber aufgrund der Preisgestaltung muss mein Summarit 50mm f/2.5 erstmal reichen…

Alles in Allem war es ein sehr interessanter Workshop mit vielen neuen Erkenntnissen und Erfahrungen und werde den Fall beobachten, wenn mal wieder ein deutscher oder wie in dem Fall ein deutsch/englischer Workshop dort stattfindet. Ein rein englischer ist für mich etwas zu anstrengend.