Was schert mich mein Geschwätz von gestern

Was schert mich mein Geschwätz von gestern

Oder wie will ich meine aktuelle Entscheidung verargumentieren? Muss ich das überhaupt oder muss ich mich rechtfertigen? Ich weiss auch nicht, aber ich hatte mir ja in Bezug auf die Leica M (240) in meinen Aussichten für 2015 eine kleine Hintertür offen gelassen. Nun habe ich zwar nicht im Lotto gewonnen und so wirklich übrig war das Geld auch nicht, aber ich konnte nicht anders.

Angestachelt durch Stephan, hatte ich mir relativ günstige eine Leica M9 gekauft. Wissentlich, dass vielleicht ein Sensorproblem auf mich zukommen könnte. Da sich Leica hierzu öffentlich geräuspert hat, war es für mich kein Thema. Dass das Problem aber so schnell auf mich zukommt, hätte ich nicht gedacht. Ich hatte die Kamera das erste Mal in einer Ausstellung in Essen probieren können. Hier hatte ich den Eindruck, dass die Bilder insgesamt eher unscharf waren, vor allem im Bereich bis unendlich. Bei der Ausstellung 100 Jahre Leica in Hamburg hatte es sich bestätigt. Im ersten Fall hatte ich das geliehene Objektiv in Verdacht bzw. die schummerige Atmosphäre. Im zweiten Falle wurde mir kurz unwohl, weil ich hier mein eigenes Objektiv dran hatte. Konnte es ein Zufall sein, dass beide Objektive einen weg hatten?

Also Leica nebst Linse eingepackt und nach Wetzar zu Leica geschickt. Na ca. einer Woche kam dann die Nachricht, der Sensor hat einen weg. Auch wenn es eigentlich nicht unbedingt der typische Fehler des Sensors war, sollte er im Rahmen der Kulanz kostenlos getauscht werden. Das Objektiv sollte dann mit 6 Bit-Codierung versehen und der Kamera angepasst werden. Alternativ hatte ich auch die Wahl gegen Aufpreis auf die Leica M Typ 240 oder auch die Leica M-P Typ 240 zu upgraden. Für letztere habe ich mich nun entschieden. Linse wurde entsprechend angepasst.

So nun war das Geld dafür eigentlich nicht übrig, sodass ich mich entscheiden musste, naja, die Entscheidung war schon vorher gefallen. Denn ich hatte mir ein paar Erfahrungsberichte von Fotografen im Internet angesehen, die von DSLR/DLSM auf Leica M gewechselt sind. Hier sind einmal Marco Spalluto, der auch im Interview bei 50nifty war und Jörg Lange, der auch nur noch mit der M unterwegs ist, genannt. Letzterer war auch ausschlaggebend, der mir bestätigt hat, dass man mit Leica alleine fotografieren kann, wenn man sich darauf einlässt.

Auf Flipboard habe ich das Eine oder Andere mal zu Leica zusammengetragen.

Also habe ich meine Nikons und die Leica T nebst Objektive verkauft.

Es sind ja ein paar Einschränkungen, die einen lange überlegen lassen.

  1. kein Autofokus
  2. Naheinstellgrenze nicht unter 70cm (außer mit Macro)
  3. Rauschverhalten nicht auf der Höhe einer Nikon Df oder D750
  4. 135mm ist die längste Brennweite

Teilweise sind das für viele schon KO-Kriterien, aber…

Ich bin kein Sportfotograf
Ich bin kein Hochzeitsfotograf
Ich bin kein Veranstaltungsfotograf

Also mit dem Messsucher kann man klasse und sehr genau scharf stellen. Ich habe weniger Ausschuss, als mit einer AF-Kamera. Allerdings auch weniger Bilder. Es stellt sich vielleicht die Frage, ob ich das eine oder andere Foto aufgrund kein AF verpasst habe? Allerdings stellt sich auch die Frage, wieviele Bilder habe ich verpasst, weil der AF wild pumpend versucht hat scharf zu stellen und es nicht geschafft hat. Oh ja, auch eine Df oder D750 hatten manchmal ihre Probleme. Je nach Objektiv konnte ich schnell manuell eingreifen. Ups ohne AF kein Foto verpasst? 😉 Bei der Leica stellt sich die Frage nicht und ich muss mich auch nicht schnell entscheiden, denn die Entscheidung habe ich beim Kauf gefällt.

Ja die Naheinstellgrenze ist wirklich gewöhnungsbedürftig, aber man kann damit leben. Ich habe sogar den Eindruck, dass Portraits mit 50mm gefälliger aussehen, da man nicht zu nahe drankommt. Ist Euch das auch schon aufgefallen, dass Köpfe trotz 50mm wie Weitwinkelaufnahmen aussehen?

Rauschverhalten, hier habe ich den Eindruck, dass man locker ISO 1600 verwenden kann und auch die 3200 nicht nur dokumentarischen Charakter hat. Hier habe ich aber noch nicht viel Erfahrung. Aber von den Olys bin ich diesbezüglich nicht verwöhnt und ich finde das Rauschen bei einer Vollformatkamera sieht auch anders aus.

Es ist sicher schwer Formel 1 damit zu fotografieren, aber ich kenne aus Foren einige, die es mit einer M8 oder M9 auch Motocross fotografiert haben. Bei der M (240) kommt noch hinzu, dass man hier aufgrund des CMOS-Sensor auch Liveview hat und somit kann man auch Fremdobjektive (oder auch Leica R) adaptieren und mit Fokuspeaking scharf stellen. Somit hätte man auch den Zugriff auf diverse Teleobjektive oder andere Spezialfälle.

Ich hab schonmal Hochzeiten für Freunde fotografiert und würde mir zutrauen auch mal eine mit der M zu fotografieren. Wobei erstmal mit der Einschränkung, dass ich nicht der Hauptfotograf bin.

Ehrenamtlich fotografiere ich schonmal Veranstaltungen. Diese habe ich auch schon mit einer M9 oder auch Olympus fotografiert. Hier war meist das Rauschen ein Problem. Allerdings eher in meinem Kopf, denn die Bilder waren nur dokumentarisch und für das Web mit einer Kantenlänge von 800px. Auch hier traue ich mir zu mit der M zu fotografieren. Das Rauschen ist besser, als bei der M9 und auch der Oly. Nur habe ich keinen Zoom mehr, was aber auch kein Problem darstellt, Was brauche ich für eine Veranstaltung? Einmal eine Totale und Gruppenfoto (28mm) und ein paar Nahaufnahmen der Redner (50 bzw. 90mm). Dann kommen vier Bilder auf die Webseite.

Ich hab mir im Prinzip zuviele Gedanken über Eventualitäten gemacht, aber nicht darüber, was ich eigentlich fotografiere. Das sind i.d.R. wenn ich spazieren gehe, wenn ich Ausflüge mache, wenn ich (Kurz-)Urlaube mache. Und das kann ich alles hervorragend mit der M bewerkstelligen. Mit ein wenig Übung bin ich genauso schnell wie mit einer DSLR/DSLM, aber den Vorteil, dass die M kleiner als einen Df oder D750 und nur leicht größer und schwerer als einen Oly ist. Außerdem passt sie hervorragend zu und in meine Compagnon 😉

Also nun heißt es üben üben üben, wie mit jeder neuen Kamera, damit man sie gut bedienen kann und sich nicht zu sehr mit der Technik beschäftigt, denn ich möchte meinen Urlaub in Brasilien genießen und nicht mit der Technik rumärgern. Allerdings fällt es bei der Leica M auch sehr leicht, denn das Menü ist sehr übersichtlich und man braucht nicht lange, um sich mit ihr vertraut zu machen. Das habe ich bei meinem ersten Ausflug gemerkt.

Ups Urlaub mit einer Leica und nur drei Brennweiten? Ja ich habe nur ein 28er, 50er und 90er. Hier kann ich auch aus Erfahrung sprechen, denn ich war schonmal nur mit Festbrennweiten in Brasilien, da ich klein bleiben wollte. OK eine D700 ist nicht klein, aber die AF-D Objektive von Nikon sind klein und daher hatte ich ein 20er, 35er, 50er und 85er mit. Allerdings nach dem ersten Tag nur noch das 35er und 20er dabei. Die meisten Bilder sind mit 35mm entstanden.

Ich glaube, dass ich es richtig gemacht habe…

Zu den Bildern will ich noch anmerken, dass es mit Absicht war, dass ich da manchmal im Schatten drauf bin und auch dass viele Gegenlichtaufnahmen dabei sind.

 

Augen auf! 100 Jahre Leica

Augen auf! 100 Jahre Leica

Im Jahre 2014 hat Leica gleich zwei Geburtstage gefeiert.

Einmal hatte 1914 Oskar Barnack die geniale Idee, dass man das Filmmaterial für die bewegten Bilder auch für einen Fotoapparat verwenden könnte. Wobei es eigentlich erstmal zur Belichtungskontrolle sein sollte, weil man bei einem Einzelbild nicht ganz soviel Material vergeudet, wie bei einem Film. Die Urleica mit dem 35mm Filmformat (24x36mm) wurde geboren. Allerdings ging das Konzept erst 1925 in Serie.

40 Jahre später hat Leica (im übrigen setzt sich der Name aus Leitz Camera zusammen) die erste Messsucherkamera herausgebracht. Die soganannte Leica M(3) hat sich bis in das digitale Zeitalter gerettet.
Das war der Anlass, dass es im Haus der Photography in den Deichtorhallen in Hamburg eine Ausstellung zu Ehren 100 Jahre Leica gab.

Im Prinzip ging das an mir fast vorbei. Mir, der eigentlich bekennender Leica-Fan ist. Aber ich habe es trotzdem noch geschafft, vor Ende die Ausstellung 2x zu besuchen.

Einmal auf einem Mittwoch zu einer Kuratorenführung, die leider sehr voll war. Daher habe ich es am letzten Ausstellungstag nochmals versucht mir die Ausstellung anzusehen. Aber auch hier war es richtig voll.

Auf die Idee mit der Kuratorenführung hat mich Thomas Weller von der Bildbeurteilung gebracht, sodass wir uns an dem Mittwoch in Hamburg getroffen hatten.

Die Ausstellungen waren, wie gesagt sehr voll, aber man konnte trotzdem mehr oder weniger in Ruhe sich die Geschichte der Fotografie ansehen. Neben einer kleinen Ausstellung von den Kameras stand aber die Künstler, die vor allem die Reportagefotografie geprägt hatten im Mittelpunkt der Ausstellung. Ich will gar keine großartig nennen, denn wie ich mich kenne, würde ich einige vergessen und das wäre ungerecht. Na ok, die meisten leben nicht mehr, aber trotzdem. 😉

Was mit und auch Thomas aufgefallen war, dass viele Bilder wirklich bekannt sind, ich es aber nicht in Verbindung mit Leica gebracht habe. Da sei nur das Foto von dem Napalm-Angriff in Vietnam oder das Foto von Che Guevara zu nennen.

Das kommt vielleicht auch, weil es eigentlich nur Leica geschafft hat, dass diese Marke bei der Reportage auch oft genannt wurde. Heutzutage wird kaum ein Bild mit einer Canon oder Nikon in Verbindung gebracht, weil es eigentlich auch schnurzegal ist, mit welcher Kamera ein gutes Foto oder eine gute Reportage gemacht wurde.

Was uns auch aufgefallen war, dass viele der Bilder von der technischen Ausführung recht weit von einem perfekten Foto weg waren, aber der Moment da drauf sehr bewegend war. Auch wurde früher häufig mit recht geschlossenen Blenden gearbeitet, obwohl Leica auch schon damals für offenblendtauglich galt. Auch hier mussten die Künstler eben nicht mit dem Bokeh-Effekt arbeiten, um mit dem Bild eine Geschichte zu erzählen. Wobei man natürlich schon viele Bilder mit recht offener Blende gesehen hat.

Viele Bilder haben in ihrem einzelnen schon eine Geschichte erzählt, aber andere nur im Zusammenhang mit der Serie.

Insgesamt kann ich sagen, dass die Ausstellung sehr faszinierend war und ich allen nur dazu ermutigen kann die Ausstellungen in Frankfurt, Berlin, Wien oder München zu besuchen. Leider habe ich keine richtigen Links dafür.

Was ich im übrigen auch interessant fand und hierauf hatte uns der Kurator aufmerksam gemacht, dass bei solchen Ausstellungen sehr großen Wert auf die Auswahl der Rahmen Passepartout  und die Farbe der Hintergrundwand gelegt wurde und auch wird. Für mich heißt das, dass ich hierauf bei den nächsten Ausstellungen vermehrt darauf achten werde.

Ach im übrigen durfte ich dort fotografieren. Für nichtkommerzielle Fotos hat man eine Genehmigung erhalten. Trotzdem war es befremdlich Fotos von Fotos zu machen, sodass ich das auf nur ein paar reduziert hatte.

Ich bin ein Compagnon

Ich bin ein Compagnon

Angestachelt von diversen Blogs und Twitterbeiträgen habe ich mich mal etwas mehr mit der Firma Compagnon auseinandergesetzt.
Es handelt sich im Prinzip um zwei Fotografen, die genervt waren, dass es wenig funktionale Fototaschen auf dem Markt gibt, die auch noch gut aussehen. Daraufhin haben sie selber welche aus edelstem Büffelleder entwickelt.

Als Hobbyfotograf bin ich, wie vielen anderen auch, einem kleinen Taschenfetisch ausgesetzt. Ja, das gibts bei Männern auch, nur sind es da Fototaschen, die i.d.R. innen auch gut aufgeräumt sind, da man ja schnell was finden möchte.

Da komme ich auch zum Punkt. Die Compagnon-Taschen sehen nicht nur gut aus, sind aus Leder und auch hochpreisig, nein, sie sind auch noch funktional. Es gibt nur wenige Messenger-Taschen, die von alleine stehen. Kennt Ihr das auch, mal eben absetzen und was rausholen und man ist erstmal damit beschäftigt die Tasche wieder aufzurichten? Bei den Compagnon passiert das nicht, denn es sind am geraden und harten Boden Metallknöpfe angebracht und somit kann man die Tasche auch ohne weiteres abstellen.

Ich selber hatte mir erst die Messenger-Tasche gekauft und hatte gleich festgestellt, dass sie mir zu groß ist, sodass ich nach einer kurzen E-Mail grünes Licht zum Tausch bekam. Auch wenn ich zwar ein Widerrufsrecht bei Internetkäufen habe, mache ich das, vor allem bei kleineren Unternehmen, nicht so gerne. Aber es war überhaupt kein Problem, sodass ich nach kurzer Zeit die Little-Messenger Tasche hatte.

Ich habe sie mir in einem beigen Farbton gekauft, da ich nicht schon wieder eine dunkle bzw. schwarze Tasche haben wollte. Ich finde auch, dass sie noch zu stark nach Fototasche aussieht. Was mich Anfangs etwas gestört hatte, war das doch sehr präsente Logo, aber das hat sich jetzt auch schon gelegt. Die Tasche ist schön kompakt, aber es passt immerhin noch locker eine (spiegellose) Systemkamera mit angesetztem Objektiv, drei bis vier zusätzliche Brennweiten und noch etwas Geraffel rein. Auch ein iPad findet Platz. Hinten ist noch ein Reisverschluss, wo man z.B. Wertsachen reintun kann, weil diese zum Körper gewandt ist. Vorn ein übliches Fach für Speicherkarten, Ladegerät, Akkus usw.. Was ich schade finde, dass die Kleine nicht die Speicherkartenfächer der Großen hat. Aber vielleicht kommt das ja in der nächsten Überarbeitung.

Im übrigen zu dem abgebildeten Inhalt schreibe ich mal bei Gelegenheit. Ich habe zwar nicht im Lotto gewonnen, aber etwas Glück.

Meine Erkenntnisse der unterschiedlichen Kamerasysteme

Meine Erkenntnisse der unterschiedlichen Kamerasysteme

Wer in letzter Zeit meinen Blog oder mich auf Twitter & Co. verfolgt hat, konnte mitbekommen, dass ich mit unterschiedlichen Kameras und auch Kamerasystemen unterwegs war.

Der Grund war nicht, dass ich den Zeitschriften Konkurrenz machen möchte, sondern eher, dass ich nach dem Diebstahl meiner Nikon D700 irgendwie nicht das Richtige für mich gefunden habe.

Vorab kann ich nur sagen, ich hätte mir wieder eine D700 kaufen sollen.

Da ich so einiges probiert habe, will ich auch jetzt mal was dazu schreiben. Warum soll ich meine persönlichen Eindrücke für mich behalten.

Vorab, es handelt sich nicht um einen professionellen Test, sondern „nur“ um meine Erfahrungen und meine persönlichen Eindrücke. Natürlich kann es bei jedem anderen anders ausfallen. Aber vielleicht hilft es ja dem Einen oder Anderen bei der Findung seiner Kameraausrüstung.

Die nachfolgenden Eindrücke sind nicht chronologisch aufgebaut, sondern nach den Herstellern.

Starten tue ich mal mit Sony:

Hier hatte ich die Nex 7, die Nex 6 und die A7.

Mit den beiden Nexen bin ich nicht warm geworden, da das Bedien- und Menükonzept nicht für mich geeignet war. Auch empfand ich das Kit-Objektiv als eine Zumutung, denn das kann man nur gebrauchen, wenn der RAW-Konverter über die entsprechenden Korrekturen verfügt, was bei Aperture nicht der Fall war. Sorry, nur noch über Software zu arbeiten ist m.E.n. der falsche Weg.

Auch empfand ich, dass das Rauschverhalten gegenüber Olympus etwas schlechter. Ich habe aber keinen direkten Vergleich gemacht, sondern es ist nur ein Bauchgefühl.

Ansonsten macht Sony schon einen guten Job, was die Größe (Kompaktheit) des Nex-Systems angeht. Auch dass ein elektronischer Sucher integriert ist empfinde ich als sehr gut.

Auch nannte ich nach Unterbrechung eine A7 mein Eigen, da ich gerne wieder eine Vollformat haben wollte.

Vom Prinzip her finde ich den Schritt von Sony mutig und sehr gut. Ich denke, dass auch die anderen spätestens jetzt mal über ein spiegelloses System nachdenken. Damit meinte ich vor allem Canikon.

Ich empfand die Kompaktheit für eine Vollformat sehr gut. Auch das Bedienkonzept hat bei mir gut funktioniert. Vor allem, weil man sich so ziemlich alle Knöpfe, Schalter und Drehräder für sich konfigurieren kann.

Leider hört die Kompaktheit bei den Objektiven auf. Das ist aber eben dem Sensor und nicht Sony anzulasten. Großer Sensor = große Objektive. 😉

Ich hatte den 70. Geburtstag meiner Mutter fotografiert und leider hatte ich hier Probleme mit einem unzuverlässigen Autofokus, Blitz und auch das Rauschverhalten empfand ich im Vergleich zu den Bildern, die ich mit der D750 mache nicht so doll.

Der Grund, warum ich mich von ihr wieder getrennt habe, lag darin, dass sich die Objektive im Bajonett seitlich verschieben ließen und auch beim leichten Druck von oben gesehen nach links ein leichter Spalt zwischen Kamera und Objektiv zu sehen war. Der Sony-Service hatte angeblich nichts gefunden und nach telefonischer Rückfrage lapidar gefragt, „was steht denn im Bericht?“ „Dann ist es so“! Eine Frage bei Sony ergab, was der Servicepartner sagt ist richtig. Irgendwie habe ich mich nicht ernst genommen gefühlt. Daher ist Sony für mich gestorben.

 

Fuji

Hier hatte ich eine X-T1 und eine X-Pro1. Beide empfand ich als angenehme Kameras mit guten Objektiven. Die Bildqualität empfand ich als sehr gut, auch in Bezug auf das Rauschverhalten. Leider bin ich mit dem Bedienkonzept nicht zurecht gekommen. Auch war das Steuerkreuz bei der X-T1 hinten sehr weich mit wenig bis keine Rückmeldung. Hier hatte ich sie auch eingesandt und obwohl das Problem bei Fuji bekannt war, wurde auch hier keine Hand angelegt. Vor allem wenn man im Wechsel zur X-Pro1 gearbeitet hat, fiel das auf. Bei der X-Pro1 war der langsame Autofokus etwas nervig, aber ansonsten von der Verarbeitung her besser, als sie X-T1.

Was Fuji nicht kann/konnte ist blitzen. Da ich ehrenamtlich Veranstaltungen fotografiere, habe ich es schmerzlich bemerkt, denn einen vernünftigen Blitz wurde seitens Fuji nicht angeboten und Nissin den i40 noch nicht im Angebot.

 

Olympus

Hier muss ich sagen, dass Olympus derzeit alles richtig macht. Kompakte Bauweise, tolle Objektive und eine Klasse Bildqualität. Beim Rauschen bis 1600 sehr gut und bis 3200 noch brauchbar. Für meine Veranstaltungen nicht ganz so gut. Blitz war soweit auch gut. Nach der Einarbeitung in die Bedienung eine ganz tolles Konzept. Für mich besser als die A7. Autofokus schnell und zielsicher. Bei wenig Licht mit leichten Problemen. Aber m.E.n. besser als die A7 und mit Abstand besser als die Fujis. Und ich hatte nichtmal die E-M1!

Olympus hat ein gutes Konzept in Sachen Bedienung, Qualität, Zubehör. Ich würde sie immer wieder kaufen. Und auch nicht ausschließen, dass das passieren wird. Denn in der Summe der Eigenschaften finde ich sie wirklich toll. Kompakt, gute Bedienung, schneller AF (mit Gesichts- und Augenerkennung), gute Objektive.

Mehr kann ich gar nicht zu Olympus schreiben, außer dass das eine absolute Kaufempfehlung ist!

 

Nikon

Naja zu Nikon könnte ich Romane schreiben, da ich im Prinzip schon zur analogen Zeit mit Nikon fotografiert hatte. Meine erste SLR war zwar eine EOS 100, aber mein Händler hat mich schnell zu Nikon gebracht.

Und eigentlich hat sich seitdem bei Nikon nicht so viel verändert. OK man hat umfangreichere Menüs bei den Digitalen, als bei den Analogen ;). Was auf der einen Seite gut ist, denn man findet sich als Nikonfotograf schnell mit einer neuen Nikon DSLR zurecht, findet aber derzeit auf dem großen Markt der Systemkameras manchmal als wenig innovativ. Denn den spiegellosen Markt hat Nikon bisher verpennt. Die 1er sehe ich nicht als ernstzunehmenden Wettbewerb zu Olympus, Fuji und Sony. Canon kann das aber auch nicht.

Aber Nikon ist eben grundsolide. Ein Kollege auf app.net sagte, nachdem ich von der Sony A7 wieder zu Nikon (Df) gewechselt bin, dass meine Bilder lockerer aussehen würde, dass man ihnen ansieht, dass ich mich wieder wohl fühle. Das ist auch so.

Zur Nikon Df hatte ich schon was geschrieben, sodass ich es mir hier erspare, nochmals was zu schreiben, denn es hat sich im Prinzip nichts geändert.

Nikon scheint sich derzeit sehr auf den Vollformatsektor zu fixieren, denn sie haben hier ein sehr umfangreiches Angebot: D610, D750, D810, Df und die D4s. Ich kann im Prinzip alle empfehlen, denn hier ist m.E.n. der Geldbeutel der entscheidet (D610 als Einsteiger) oder aber auch vielviel Video (D750 und D810) möchte ich machen oder Sport (D4s) bzw. Fashion (D810). Die Df ist für mich ein für jemand der ein „Retrodesign“ mit einem guten Sensor benötigt.

Für ambitionierte Einsteiger, die kein Vollformat haben wollen, würde ich aber eher zur Olympus raten. Allerdings gilt hier immer, nimm die Kameras, die in Frage kommen in die Hand und entscheide, wie gut Du damit zurecht kommst. Ggf. was haben Deine Freunde und Bekannte für Marken, denn dann kann man sich besser austauschen.

Leica

Tja, was soll ich dazu schreiben. Wie der Eine oder Andere weiß, bin ich Leica-Fan und sehe auch manches durch die rosarote Leica-Brille. Finde ich aber nicht schlimm, dafür ist man ja Fan.

Ich fange mal mit der Leica X Reihe mal an. Leica hatte mit der X1 seinerzeit einen neuen Markt mit kompakten Kameras, mit Festbrennweite und großem (APS-C) Sensor rausgebracht. Fuji folgte mit der X100 kurz danach. Ich selber hatte die X1, X2 und auch kurz die X-Vario. Die X1 empfand ich zu der damaligen Zeit, dass sie absolut auf der Höhe war. Geringes Rauschen, einigermaßen guter AF, tolle Bedienung und auch eine tolle Bildqualiät. Bis auf den AF konnte Leica das X-Konzept immer wieder leicht verbessern. Mehr aber auch nicht. Denn der AF ist in der heutigen Zeit absolut nicht auf der Höhe der Zeit und man merkt, Leica kann kein AF. Wie die Aktuelle ist, weiß ich nicht, werde ich aber eher nicht ausprobieren, da sie mittlerweile ganz schön groß geworden ist.

Wo wir auch beim Thema Autofokus sind, warum ich die Leica T nur kurz hatte. Eine tolle Kamera, mit einem tollen Bedienkonzept, aber ein grottenschlechter Autofokus. Vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen langsam und trifft nicht. Leider kann sie auch kein Fokuspeaking, sodass ein manuelles Scharfstellen bei schlechtem Licht auch eher unmöglich ist. Ich werde aber noch einen gesonderten Bericht schreiben. Gott sei Dank konnte ich sie gebraucht erwerben und konnte sie wieder einigermaßen gut loswerden.

Warum bin ich aber Leica-Fan? Weil Leica kann eben Leica M – Messsucherkameras. Leica hat es geschafft, dass mittlerweile 60 Jahre alte Messsucherprinzip auch in der digitalen Welt zu etablieren. Für manchen ist Leica zwar auch eher ein überteuertes Retroobjekt, aber für ich ist eine M eben auch ein Präzisionsobjekt. Denn der Messsucher ist u.a. das, was die Kamera so teuer macht.

Wenn man sich darauf einlässt, dann fotografiert man sehr viel bewusster, da man sich deutlich mehr mit dem Bild beschäftigen kann und muss. Denn Autofokus gibt´s da eben nicht. Zur M werde ich wahrscheinlich aber noch einen gesonderten Bericht schreiben. Denn hier würde es zu lang werden.

Aber warum habe ich mich immer wieder von der M (M8, M9, M9P) getrennt? Anfangs konnte ich ich mich nicht damit arrangieren, dass die Naheinstellgrenze konstruktionsbedingt nur bei 70cm ist. Darunter geht es nur mit Macro-Adapter. Auch fotografiere ich öfter mal Veranstaltungen. Und hier war es auch ein Kopfthema. Denn wenn ich mir die Bilder mal ansehe, die ich bei Veranstaltungen angefertigt habe, kann ich nur sagen, es geht auch mit einer M bzw. es geht auch ohne Zoom und Powerblitz.

Seit der M (Typ 240) hat sich auch noch was geändert. Da sie mittlerweile einen CMOS-Sensor hat, kann sie auch Liveview und somit kann man sie auch mit anderen Objektiven betreiben. Die „alten“ R-Objektive erfahren gerade einen neuen Aufwind. Es werden für gebrauchte derzeit Höchstpreise gezahlt. Gefühlt würde ich sogar sagen, dass der eine oder andere „Geheimtipp“ gebraucht derzeit teurer ist, als damals neu.

Sie kann auch mittlerweile Video, was sie auch noch etwas „altagstauglicher“ macht. Sofern man Video braucht.

Fazit

Das war mal so ein kleiner Abriss meiner Erfahrungen, die ich sammeln konnte. Sicherlich nicht komplett, weil ich gemerkt habe, je länger es her ist, dass ich die Kameras hatte, desto weniger ist hängen geblieben. Aber vielleicht ist es ja für jemanden, der gerade vor einer Entscheidung steht, eine kleine Hilfe worauf er achten sollte oder kann. Das Thema Kamerasystem ist eh ein sehr emotionales Thema. Das bekommt man auch in den Foren mit, wo man sich schon teilweise die Augen aussticht 😉

Rückblickend, was würde ich wieder kaufen?

Olympus, wenn es um eine alltagstaugliche und reisetaugliche, kompakte Kamera mit einem umfangreichen System dahinter und einer tollen Bildqualität geht. Sie ist aufgrund der Sensorgröße und des damit verbundenen Rauschverhalten nicht ganz für Veranstaltungen in schlechten Lichtverhältnissen geeignet. Wobei es darauf ankommt, wo die Bilder nachher veröffentlicht werden. Es ist aber auch ein Klagen auf sehr hohem Niveau. Es gibt auch Hochzeitsfotografen, die mit der OM-D E-M1 sehr glücklich sind.

Nikon, eine klares Ja, wenn die (Gehäuse) Größe keine Rolle spielt, wohl aber die Sensorgröße. Hier hat man alles, ein sehr umfangreiches System, tolle Bildqualität, tolle Objektive und vor allem für Veranstaltungen in schlechtem Licht ein top Rauschverhalten. Bzgl. meines Brasilienurlaubes habe ich leichte Bedenken, wobei ich 2009 auch schon mit einer D700 (die deutlich größer ist, als eine D750 oder Df) in Brasilien war.

Leica, hier ist derzeit die Leica M-P das Objekt der Begierde. Ich könnte mir vorstellen, dass ich mit der M-P einem 28mm, 50mm und einem 90mm Objektiv nach Brasilien fahre. Denn die Leica M ist nach der Olympus für mich eines der kompaktesten Systemkameras.

Sony kommt für mich nicht in Frage, weil das System noch nicht weit genug ausgebaut ist und auch der Kundendienst schlecht.

Fuji ist zwar ein gutes System, aber wir sind nicht miteinander warm geworden.

So und nun hoffe ich, dass ich nicht zuviel geschrieben habe und es Euch gefallen hat